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In Henry: Portrait of a Serial Killer gibt es eine Szene, in der mitgefilmt wird, wie eine ganze Familie ermordet wird. Mann beißt Hund greift diese Idee auf & treibt sie auf die Spitze. Da begleitet ein dreiköpfiges Kamerateam den Serienmörder Ben (Benoît Poelvoorde) auf seinen Streifzügen, wobei die Grenze zwischen Dokumentation & Mittäterschaft bald verfließt.

Der Film wirkt einerseits sehr realistisch, andererseits auch wieder nicht. So hat es den Anschein, als ob Killen etwas ganz Normales wäre, fast wie ein Beruf, dem man nachgeht & auf den man stolz ist. Und Ben ist mächtig stolz auf seine Taten & auf sein Wissen. Er weiß genau, wie er die Leichen beschweren muss, damit sie auch unten bleiben, wenn er sie versenkt. Da gibt es große Unterschiede zwischen Erwachsenen, Alten, Kindern & Kleinwüchsigen.

Poelvoorde spielt den Killer genial, mal kumpelhaft & fröhlich, mal arschlochhaft & deprimiert, mal ungeduldig & genervt, mal bedrohlich & brandgefährlich, aber immer unberechenbar, man denke an die Geburtstagsfeier. Ein echter Typ, wie man ihn auch im Bekanntenkreis findet, dort hoffentlich mit einem anderen Job. Wenn er mal in Fahrt ist, haut er einen flotten Spruch nach dem anderen raus. In der Nordsäule habe er hier mal zwei Nordafrikaner einbetoniert, erzählt er stolz & fügt hinzu: "Natürlich Richtung Mekka."

Ein genialer Film, gedreht im Schwarzweiß-Found-Footage-Stil, schwarz wie die tiefste Nacht, ultrabrutal, dabei aber auch so böse komisch, dass einem das Lachen im Halse verreckt.

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