6
Giallo. Die Anfangssequenz lässt auf einen billigen Krimi schliessen, doch hat man die ersten zehn Minuten überstanden, steigert sich der Film merklich und dem Zuschauer erschliesst sich ein spannender Giallo. Die gut fotografierte venezianische Kulisse versprüht eine unheimliche Aura und trägt viel zur düsteren Atmosphäre bei, die so manche Schwäche des Drehbuchs zu kaschieren vermag. Mit Ausnahme von Craig Hill in der Rolle des Priesters, bleiben die Protagonisten ziemlich blass, doch dieses Manko wird durch einige interessante Wendungen (Man wird auf diverse falsche Fährten geführt.) wenigstens teilweise wieder wettgemacht. Die Morde sind zwar relativ unblutig, zugleich aber ziemlich sadistisch, was den Film näher an das Psycho-Thriller-Subgenre heranführt. Das Finale ist zwar kurz aber gut und enthält zudem einen Verweis auf Hitchcocks Vertigo. Score: 6 Härte: 3
7
Einer guter Giallo der sehr atmosphärisch daherkommt. Die optische Opulenz eines Argento oder Bava (oder eines Martino vonmiraus) und die übertrieben stilisierte Gewalt gibts hier zwar nicht (was nicht heisst das kein Blut fließt, aber optisch ist das eher Hausmannskost), aber dafür einige nette Ideen und schöne Aufnahmen von Venedig. Die Auflösung überrascht, hätte ich mir nicht gedacht. Trotzdem hätte ich mir eine genauere Aufklärung über das Motiv des ersten Mordes (also den vor den Anfangscredits) gewunschen. Trotzdem: Schöner Film, gut gemacht, 110 unterhaltsame Minuten.