Es gibt schon 'ne Menge wahnsinnig guter Gangsterfilme: "Good Fellas", "Casino", "Heat"...
Im Verborgenen existiert jedoch noch ein verkanntes und meist nur in HipHop-Kreisen geachtetes Sub-Genre: die Ghetto-Gangster-Filme.
In jedem Film dieses Genres steht stets die schwarze Bevölkerung der USA, ihre Armut, ihr Hang zu Waffen, Drogen und Gewalt und ihre heimliche Unterdrückung durch den Weißen Mann im Mittelpunkt.
"Boyz N The Hood", "Juice", "Fresh", "Dead Presidents", "Clockers"... - die Liste ist lang und läuft meist erst nach 24 Uhr auf den Privaten.
So, nun zum Thema: Neben "Boyz N The Hood" sitzt in Schnellscheißer-Fachkreisen ganz klar "Menace II Society" auf dem Tron dieses Genres und dieser kommt auf den ersten Blick auch mit allen genre-typischen Ingredienzien und Ghetto-Klischees im Gepäck angeschmoovt: Alle Hauptdarsteller… ja, im Grunde eigentlich ALLE Schauspieler sind schwarz. Klar. Allen hängt die Baggy irgendwo zwischen den Kniekehlen, allen schaut die Unterbumpel meilenweit raus und alle schleudern mit jedem Satz mindestens 50 Flüche von sich.
„Ich scheiß’ auf dich, Nigger!“ ist so ungefähr der am häufigsten verwendete Satz des Films und das Wörtchen „Nigger“ fällt hier ungefähr zehn mal so oft wie das F-Wort in „Scarface“.
Was noch? Ach ja, die Schießereien, auch wenn hier nicht allzu viele geboten werden, sind schön blutig. Auch eine Zutat, die in Gangsterfilmen einfach nicht fehlen darf…
Nun aber zu den Mankos des Films: Im Vergleich zu „Fresh“ oder „Boyz“ fallen hier die zentralen Charaktere, inklusive dem Ich-Erzähler, weitaus unsympathischer aus.
Diesen Makel will ich besonders hervorheben, weil’s in Gangsterfilmen (vor allem in denen mit Ich-Erzähler) ja eigentlich besonders wichtig ist, dass die Gangster als, mehr oder weniger, „normale Typen“ dargestellt werden, dass hinter ihrer Fassade, hinter ihrem Gangster-Gehabe stets ein Funke „Nice Guy“ hindurchschimmert, und dass man sich mit ihnen identifizieren kann bzw. will.
Die N___r hier lassen aber non Stopp das Arschloch raushängen… was ich jetzt aber nicht auf die „Schnellscheißer’s“ beziehe…
Ansonsten wär’ noch zu mäkeln, dass die meisten oben aufgeführten „Hood“-Streifen story-mäßig einfach mehr drauf haben. MENACE liefert zwar ein gut eingängiges Bild des Teufelkreises aus Gewalt und Gegengewalt ab, badet aber hauptsächlich in Klischees und hat diese wahrscheinlich sogar maßgeblich mitbegründet…
"Was war das eben über meine Mama!?!?"
Fazit:
Unter Anhängern der „Sekte“, Aggro’s und (jetzt Achtung: Insider!) Albertstaßen-Gangstaz bestimmt das Nonplusultra,…
…und ich widersprech’ auch echt nur teilweise: MENACE II SOCIETY ist echt 'n toller Ghetto-Film voller Knarren, Hoe’s und Drive By’s…
…Kopfnicker mit Köpfchen sollten aber auch mal woanders reinlurn.
Ein Klassiker? Ja.
Insgesamt aber doch eher 'n Film für Prolls und „Hater“…