Caine hängt mit seinen Freunden im schwarzen Ghetto Watts in L.A. ab, dealt, klaut, tötet. Seine Mutter starb an einer Überdosis, seine Vater durch Kugeln. Doch dank seiner Freundin Ronnie versucht er, diesem Leben zu entkommen.
Wenn ich Filme wie diesen sehe, bin ich doch immer wieder froh, dass ich nicht in den USA geboren wurde, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Möglichkeiten sind hier für manche, für viele doch so leicht zu bekommen, wie ein 6er im Lotto, denn das Umfeld prägt nunmal. Und wenn man als Kleinkind Kriminalität, Waffen und Drogen als normal empfindet, dann ist der Weg beinahe vorprogrammiert, die unbegrenzten Möglichkeiten nur noch schwerer zu erreichen.
Menace II Society zeigt uns das Leben in diesem Ghetto recht ausführlich und ungeschminkt (wobei ich das natürlich nicht wirklich beurteilen kann). Hier hat jede Handlung Konsequenzen, muss Konsequenzen haben, weil man sonst als schwach betrachtet wird. Und wer schwach ist, kommt unter die Räder. Entsprechend düster und gewalttätig ist der Verlauf der Geschichte und ihr Ende leider absehbar.
Viel Geschichte gibt es im Prinzip nicht. Wir folgen einfach diesem jungen Burschen, gutaussehend, mit Schulabschluss und einer Frau, die ihn liebt und weiß, worauf es im Leben ankommt, wie er erst sehr zögerlich und langsam glaubt, vielleicht eine Chance zu haben. Der Glaube an sich selbst fehlt, der an dieser Stelle falsche Wille, seine Freunde, die ihre Bestimmung schlicht akzeptiert haben, nicht im Stich zu lassen, nicht.
Im Grunde ist die Story wirklich spannend und man wünscht Caine und Ronnie nur das Beste, insbesondere nach unprovoziert rassistischen Attacken von weißen Polizisten, Yeah USA! Und die Darstellenden performen auch gut, durch die Bank, unterstützt von cooler Mucke, nur leider zieht sich das Drama trotz eher kurzer Laufzeit doch schon arg. Da wäre etwas mehr Drive oder ein paar Minuten weniger sicher gut gewesen.
Gutes Drama, sehenswert, aber für einen weiteren Rewatch wird es nicht mehr reichen. Das Ende macht die etwas zähe erste Stunde wieder ein bisschen wett.