Toll was Sean Ellis da aus seinem Kurzfilm Cashback (2005 für den Oscar nominiert) gemacht hat. Knappe 100 wundervolle, herrlich amüsante und unkitschige Minuten machen diesen Film aus Großbritannien sicherlich zur tollsten Liebeskomödie seit Garden State anno 2004. Das Wort Liebeskomödie sollte aber nicht abschreckend sein. Denn sicher ist, das Cashback eine unterhaltsame, optisch ansprechende Komödie ist die einfach auf unkonventionelle Art versucht Liebe als Momentaufnahme darzustellen ohne gleich schwülstig zu werden. Das ist auch sicher der Unterschied zwischen Indie-Filmen und dem grauenerregenden Mainstream-Hollywood-Liebeskomödien-Fließbandkino.
Der Film beginnt mit dem Ende der Beziehung von Kunststudent Ben (Sean Biggerstaff) und seiner Freundin Suzy (Michelle Ryan). Die Trennung macht Ben ganz schön zu schaffen und er leidet an Schlaflosigkeit die ihn um die Erkenntnis bereichert nun 8 Stunden mehr Zeit am Tag zu haben. Das bringt ihn dazu den Job in einem 24/7 Supermarkt anzunehmen. Also schlägt er sich die Nacht mit seinen verrückten Kollegen und der charmanten Kassiererin Sharon (Emilia Fox) um die Ohren. Ben entdeckt, dass er für sich die Zeit anhalten kann um die Welt um ihn herum quasi als Stillleben betrachten zu können. Er verliebt sich in Sharon und versucht ihr seine "Welt" zu zeigen.
Gerade das Stilelement der eingefrorenen Zeit macht viel vom Charm des Films aus; Da fliegen PET-Flaschen und IKEA-Lampen durch die Gegend, werden Leute als Zeichenvorlage genutzt und ein verpatztes Fußballspiel kommentiert. Der zweite große Pluspunkt ist der tolle Soundtrack des Films. Die Auswahl hier reicht von Röyksopp über Peaches bis hin zu Frankie Goes To Hollywood und es funktioniert in jeder Szene einafch wunderbar.
Fazit: Cashback ist seit langer Zeit wieder eine tolle Romantikkomödie die von ihren tollen Schauspielern, einer stimmigen und interessanten Optik und stets passender Musik lebt. Wenig Kitsch, dafür viel Gefühl und erste Klasse Gags. Ich gebe gerne 9 von 10 Punkten.