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Wenn man sich in der heutigen Zeit an einen Vampirfilm heranwagt, sollte man dem Drehbuch zwingend ein paar innovative Aspekte verleihen, - das hat Autor und Regisseur Glenn Standring durchaus getan.
Nur unterhaltsam umsetzen konnte er das nicht, denn vor lauter Dialoglast pennt man phasenweise fast ein.

Das Vampirtreiben findet hier in einer Parallelwelt statt, die eine wilde Mischung aus Jack-the-Ripper-Gassen und Oliver-Twist-Gebäuden mit 60er Requisiten darstellt.
Darin werden Vampire „Bruder“ genannt, bilden gemeinsam mit der Kirche die Brüderschaft, die sich um das Wohlergehen der Menschen kümmert.
Gebissen wurde seit 300 Jahren keiner mehr, doch der aus der Art geschlagene Blutsauger Edgar will mit seinem Blut die Welt verändern, was dessen gutmütiger Bruder Silus und die Copfrau Lilly verhindern wollen.

Aus dem fertigen Produkt ergeben sich Genrezutaten wie Seuchenfilm, Serienkiller-Thriller und eben vereinzelte Vampirfilm-Elemente. Doch letztlich will hier kaum etwas zusammenpassen, sämtliche innovativen Ansätze werden nur oberflächlich gestreift und münden in einer lahmarschigen Erzählung, die kaum Action bietet.

Interesse weckend ist das zwar noch, als ein Junge beobachtet, wie Edgar sein erstes Opfer beißt, obwohl seine anschließende Flucht, in Form einer Kletterpartie mit Fast Forward und Dropped Frames ziemlich dilettantisch aussieht.
Zunächst spielt Edgar mit den Cops und seinem Bruder und schickt ihnen einen Hinweis, wo er während eines Einsatzes auch prompt gefasst werden kann. Dass sich der Tunichtgut jedoch wieder aus seiner Gefangenschaft befreien wird, ist ebenso klar, wie die anschließende Entführung von Copfrau Lilly, - schließlich muss es gegen Finale ja zum Kampf guter Bruder gegen bösen Bruder kommen.

Doch der Weg dorthin zieht sich schier endlos. Kaum präsentiert man mal eine spannende Szene, wie eine Auseinandersetzung an einem Mauervorsprung, bringt man kurz darauf wieder lahme Dialoge über Lillys Vergangenheit, Silus´ Bestimmung in der Brüderschaft und lächerlich anmutende Moralegozentriken des bösen Blutsaugers Edgar.
Und da sämtliche Darsteller weder markant sind, noch mit ihrem Spiel Akzente setzen können, gestaltet sich das Treiben überwiegend langweilig. Das manifestiert sich vor allem an Dougray Scott, der in der Rolle des Silus die ganze Zeit wie im Halbschlaf durch die Gegend latscht und nicht mehr als einen Gesichtsausdruck hinbekommt. Wenn ihm das Script letztlich doch ein paar Emotionen mit auf den Weg gibt, nimmt man das schon gar nicht mehr wahr.

Was dem Gesamtwerk also fehlt, ist dauerhafter Fluss mit temporeichen Sequenzen, von denen man insgesamt leider nur drei ausmachen kann.
Zudem gibt es kaum Blutvergießen, allenfalls ein paar Bisswunden als Resultat.
Zwar birgt die Story ein paar interessante Ansätze (Kirche und Vampire, Emotionen beim eigentlich gefühlslosen Vampir, Umgang mit Influenca-Epidemie), doch all dem wird lediglich eine belanglose Oberflächlichkeit gewährt.

So bleibt am Ende kaum etwas von „Perfect Creature“ hängen, zu austauschbar bleibt das Endresultat und zu wenig Tempo bietet die Handlung, die so unausgegoren daherkommt, wie die Gestaltung der merkwürdigen Kulissen.
Stattdessen überträgt sich die triste Stimmung durch die düstere Farbgebung auf den Zuschauer, die dieser als Dank mit nach Hause nehmen darf.
Auch so eine Nebenwirkung, wenn dem Ganzen der Biss fehlt…
3,5 von 10

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