Während des Zweiten Weltkriegs beschließt der deutsche Major Steiner, ein großes Fußballspiel zwischen einer deutschen Mannschaft und einem Team der gefangenen Alliierten zu organisieren. Der Nazi-Führung dient die Aktion allerdings weniger sportlichen Zielen als vielmehr Propagandazwecken. Durch den Sieg des deutschen Teams über die Mannschaft der Alliierten soll die Überlegenheit Deutschlands demonstriert werden. Die Nazis ahnen nicht, dass die Gefangenen unter Führung des Amerikaners Hatch das Spiel für eine andere Aktion nutzen wollen. Sie haben für die Halbzeitpause eine spektakuläre Flucht geplant.
Flucht oder Sieg ist eine recht launige Mischung aus "Ein Käfig voller Helden" und "Das Wunder von Bern", das Sylvester Stallone mal so eben zwischen Rocky 2 und Rambo eingeschoben hat. Die Story ist dabei zwar genau so, wie bei jedem anderen beliebigen Sportfilm, wenn ein vermeintlich chancenloses Team gegen eine gnadenlos überlegene Mannschaft antreten muß. Es wird hart trainiert, kleinere Zwistigkeiten ausgeräumt, zusammengerauft, im Spiel zunächst hoffnungslos zurückgelegen, um dann mit wiedergewonnenen Teamspirit das Unmögliche doch noch zu schaffen. Hier kommt allerdings noch das Setup des Krieges hinzu, gespielt wird 1943 im besetzten Paris und so kann Regisseur Huston noch den dramatischen Plot um die Flucht der Kriegsgefangenen miteinbauen.
Daher kommt auch der Titel des Films denn in der Halbzeit beim Stand von 4:1 für die Nazis, hat das ganze Team durch Hilfe der Resistance die hervorragende Möglichkeit zum entkommen, entscheidet sich aber dann doch dafür, aus Gründen den Ehre und für das frenetische französische Publikum, das Spiel zu Ende zu führen. Sehr fair finde ich dabei Hustons Umgang mit den Deutschen, klar sie sind irgendwo schon die Bösewichte, haben auch ehrenhafte und sympathische Figuren in ihren Reihen und auch das Spiel endet letztendlich Unentschieden. Ein Kriegsfim ist Victory jedenfalls definitiv nicht.
Die Sportszenen sind dabei gut gelungen, mit Pele hatte man ja auch jemand dabei, der sich mit der Materie schließlich auskennt wie kaum ein anderer. Das Manko, speziell bei Fußballfilmen, besteht ja meistens darin, das die Beteiligten wenig bis gar keine Ahnung von Fußball haben und man dies als Zuschauer auch jederzeit merkt. Hier beharken sich zwei Teams mit hartem Spiel, da ist von der Blutgrätsche bis zum Fallrückzieher alles, dabei, nur bei Stallone merkt man doch deutlich an, daß Soccer nicht seine bevorzugte Sportart ist. Die Darsteller sind gut dabei, jeder macht seine Arbeit gut und auch die verwendeten Uniformen und Kulissen sind authetisch gewählt, man merkt einfach das hier Profis am Werk sind.
Flucht oder Sieg ist ein sehr unterhaltsamer Sportfilm mit politischem Hintergrund, der prima unterhalten kann. Sicherlich kein filmischer Meilenstein, aber deutlich oberhalb des Genredurchschnitts.
7/10