Der aufbrausende Shiro (Masanobu Ando) und der sensible Jun (Ryuhei Matsuda) bandeln in einem Männergefängnis an. Jenseits des Gefängniszauns locken eine Rakete und eine Pyramide zur Flucht. Doch bevor die beiden Freunde Weltraum oder Himmel erstürmen können, wird Shiro erwürgt aufgefunden. Jun gesteht die Tat und die Ermittlungen nehmen ihren Lauf…
Ein minimalistisches Szenenbild, bühnenhafte Lichtsetzung und computergenerierte Außenlandschaften kennzeichnen das auffällige Erscheinungsbild von Takashi Miikes gleichnishaftem Schwulenmärchen. Über den Zustand der Eingesperrten, die sich nach einer Flucht in eine höhere Welt verzehren, unternimmt Miike gleichermaßen eine gesellschaftliche Standortbestimmung wie auch eine innere Befindlichkeitsbeschreibung von Homosexualität. Die Hoffnung auf ein sorgenfreies Anderswo findet in gleißenden Lichtstrahlen, Regenbögen und Schmetterlingsfantasien einen blumigen Ausdruck, wird jedoch in der tragischen Gegenbeobachtung enttäuscht, dass die feindseligen Umstände die weggesperrten Abweichler in die Resignation zwingen und zu rohen Selbstbehauptungswesen verbiegen. Ein faszinierender und fantasievoller Film, der sich allerdings die Frage gefallen lassen muss, inwieweit die kryptische Ausdrucksweise bloß eitle Kunsthandwerkelei ist und inwieweit sie Teil der Botschaft wird, dass Homosexualität sich nach wie vor in Codes äußern muss, um zu einer Stimme zu finden.