Spike Lee überrascht mit INSIDE MAN durch einen clever konstruierten Mainstream-Thriller und füllte mit der Abkehr von seinen sozial veranlagten Dramen die Klatschspalten der Medien. Dass ihm dabei ein intelligenter und höchst unterhaltsamer Krimi geglückt ist, haben die meisten Zuschauer an den Kinokassen jedoch verpasst.
Schon allein das Staraufgebot mit Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster, Willem Dafoe und Christopher Plummer ist ein Garant für hochgradige Schauspielkunst - diese Erwartungshaltung wird auch mehr als erfüllt. Allen voran Washington liefert als besessener Detective eine überragende One-Man-Show ab, indem er gleichermaßen fasziniert und erbost an der Genialität des Bankräubers Owen nach mehrstündigen Verhandlungen verzweifelt.
Lee's beeindruckende Regiearbeit überzeugt mit irren Wendungen in einem etwas anderen Banküberfall, bei dem es sich mehr um persönliche Schicksale als um das gute Geld dreht.
Dass ihm dabei trotz der zweistündigen Laufzeit niemals die Puste ausgeht liegt an einer clever durchdachten Geschichte und der technischen Präsentation des Films, die durch Rückblenden und Vorgriffe ebenso wie eine nie ruhende Kamera ständig auf der Höhe des Geschehens ist - Langeweile? Fehlanzeige! Viel zu gespannt ist man auf die Auflösung dieses Konstruktes, den man an dieser Stelle besser nicht verraten sollte.
Alle Freunde anspruchsvoller Unterhaltung kommen an dieser Geschichte nicht vorbei.
Perfektes Hollywood-Kino mit glänzenden Akteuren, einer faszinierenden Geschichte in ansprechender Präsentation - was will man mehr?!
(8,5 / 10)