„Der Skandalfilm der 90er“ prangt vorn auf der Hülle der DVD der „Blue Edition“. Dies kann man nach Ansicht dieses expliziten Werks aus Fernost wahrlich behaupten. Was hier, in diesem Spielfilm, an Korpulationsszenen zu sehen ist, grenzt schon hart an dem Tatbestand der Pornografie. Doch dem nicht genug: Auch der Blutgehalt von „Trilogy of Lust 1“ ist ziemlich hoch.
Zur Story: Ein Fischer, dem aufgrund eines geschummelten Examens die Profession des Arztes verwehrt blieb, kauft sich die Prostituierte Ashi, um mit ihr zu leben. Doch dann verliebt sich Ashi in den Bauern Ahen, welcher das Paar regelmäßig mit Gemüse versorgt. Die Liebschaft zwischen Ahen und Ashi bleibt jedoch nicht unentdeckt, was tödliche Folgen nach sich zieht…
Die „Liebschaft“, wie ich eben die sexuelle Obsession der beiden Protagonisten beschrieb, tritt in ausgedehnten Sexszenen zu Tage, die sich durchaus mit so manchem Hardcore-Streifen messen können. Man sieht Geschlechtsteile ebenso in Großaufnahme wie den Koitus an sich. Wer dachte, mit „Im Reich der Sinne“ sei der fernöstliche Höhepunkt mit einschlägiger Beinahe-Pornografie erreicht, der täuscht – „Trilogy of Lust 1“ ist der Beleg. Doch während „Im Reich der Sinne“ eine Geschichte erzählte und die Erotikszenen in sinnliches, historisches Ambiente verlagerte, dient der Sex in „Trilogy of Lust“ in seiner ausgedehnten Länge dem reinen Selbstzweck, um einen Skandalfilm zu provozieren. Sinnliche Erotik-Atmosphäre ist dabei Fehlanzeige; die ohnehin dünne Handlung um Geld und Eifersucht verliert sich in den expliziten Sexszenen. Dabei dürfte das schlicht kranke, sinnlos blutige Finale in seiner Drastik selbst hartgesottenen Zuschauern etwas zu viel sein.
Fazit: Man kommt nicht umher zu glauben, dass die Regisseure Julie Lee und Lee Siu Paang mit ihrem Film „Trilogy of Lust 1“ primär einen Skandal provozieren wollten. Die Obsession der Protagonisten bleibt unreflektiert, eine Botschaft sucht man vergebens. Dem einzigen, welchem hier sehr viel Screentime eingeräumt wurde, sind die pornografischen, teils drastisches Sex-Sequenzen. Das taugt zwar zur Triebbefriedigung, der Sinn bleibt aber außen vor.