Review

Geht ´n Cop in einen Laden, kommt er wieder raus, wird sein Kronzeuge attackiert…

Nach einigen Jahren meldet sich Richard Donner zurück, der Actionfreunden mit vier Teilen „Lethal Weapon“ Freude bereitete. Für „16 Blocks“ schnappte er sich Actionikone Bruce Willis und setzt auf Altbewährtes: Stilsichere Inszenierung und das alte Lied: Guter Cop gegen korrupte Cops. Das Lied klingt nicht schlecht, wenn auch einige Misstöne zu vernehmen sind, es könnte auch ein Song aus den 80ern sein…

Willis überzeugt wie eh und je, da er mit zunehmenden Alter immer mehr Facetten in sein Spiel einbringt und hier glaubhaft den ausgebrannten und versoffenen Cop Jack Mosley spielt. Mit Oberlippenbart, deutlich sichtbarem Bäuchlein und mal wieder mit „Die-Hard-Haarteil“.
Eigentlich ist ihm alles gleich, sein Hinkebein, der Suff und die Moral. Auch die Eskorte vom Kronzeugen Eddie (Mos Def) vom Knast zum Gericht, 16 Blocks voneinander entfernt.
Egal ist ihm auch, gegen wen Eddie aussagen soll.
Dies ändert sich aber schlagartig, als Eddie fast einem Attentat zum Opfer fällt und Jacks langjähriger Partner Frank (David Morse) eine Jagd quer durch New York gegen ihn und seinen Schutzbefohlenen anzettelt.

Ganz so temporeich darf man sich das aber nicht vorstellen, da Donner sich viel Zeit für die Einführung und die verbale Auseinandersetzung der Charaktere nimmt. Die Actionszenen nehmen nur einen geringen Teil der Handlung in Anspruch und bestehen „lediglich“ aus kurzen Schusswechseln und Straßenaction mit einem Linienbus.
Allerdings, lobenderweise ohne CGIs oder sonstigen „modernen Schnickschnack“.
Eine handfeste, saubere Inszenierung ist es, die den Genrefan bei Laune hält: Die authentisch wirkenden Kulissen New Yorks, das Verkehrschaos, Chinatown und seine Einwohner, die trüben Gassen, alles untermalt von angenehm zurückhaltender Filmmusik, ebenso wie die kleinen, eingestreuten Gags. Immerhin wird geschmunzelt.

Und etwas Moral und Tiefe bringt die Geschichte auch mit sich: Menschen können sich eben doch ändern. Die Frage, wer nun der verkommene Cop ist, wird am Ende deutlich beantwortet, wenn auch etwas kitschig, für den Zuschauer aber zufrieden stellend.
Wenn die Geschichte auch ein paar Unwahrscheinlichkeiten beinhaltet, wie die Aufsehen erregende Jagd der im Fadenkreuz stehenden Cops oder die Tatsache, dass sich in einem Bus soviel Zeitungspapier befindet, um sämtliche Fenster darin abzudecken. Auch dass die Cops Eddie mit leichter Verkleidung nicht innerhalb einer kleinen Gruppe von Leuten ausmachen können…

…kann man drüber hinwegsehen, denn „16 Blocks“ bietet einen unterhaltsamen Actionthriller. Zwar fehlt es hier und da an Tempo und Raffinesse, aber ein Bruce Willis kann so manche Schwachstelle wieder ausbügeln.
Kein sonderlich innovatives Werk, aber eins, bei dem nicht viel falsch gemacht wurde und wer mit Actionern der 80er etwas anfangen kann, könnte sich hier heimisch fühlen.
7 von 10 Punkten

Details
Ähnliche Filme