Nachdem es auf eine gut 20 Jahre andauernde Kinokarriere des ehemaligen Fernsehregisseurs Richard Donner (Das Omen, Superman, Lethal Weapon) etwas ruhiger geworden ist, meldet er sich mit dem Buddy Movie 16 Blocks um den seit dem Durchbruch Stirb Langsam gern als Antiheld besetzten Bruce Willis und den bereits im 1991er Film Auf die harte Tour in einer Nebenrolle zu entdeckenden Schauspieler Mos Def (The Italian Job - Jagd auf Millionen, Per Anhalter durch die Galaxis) zurück.
Der Polizist Jack Mosley (Bruce Willis) hat dabei die bedeutende Aufgabe Eddie Bunker (Mos Def) zu einem Gerichtstermin nur besagte 16 Blocks entfernt zu geleiten. Eddie und Jack verstehen sich nicht wirklich gut und als der wenig vom Leben begeisterte Alkoholiker Mosley die Fahrt für einen Besuch im Schnapsladen unterbricht wird auch Bunker schnell klar, dieser Mann ist fertig mit der Welt und nicht die optimale Begleitung. Doch Eddie soll gegen einen Polizisten aussagen und als einziger bedeutender Zeuge schwebt er in Lebensgefahr. Bei ihrem Stop kommt es zur Schießerei, aber niemand hat mit dem beherzten Eingreifen Jacks gerechnet. Er läßt sich in einer Bar nicht auf die konspirative Lösung des Falles ein, rettet Eddy und befindet sich fortan auf der Flucht.
Gegenüber als Komödien angelegten Buddy Flicks geht es in 16 Blocks wesentlich düsterer zu. Eddy ist ein Krimineller, der von einem eigenen Bäckerladen träumt und wie er auf den depressiven Jack einredet, erinnert er manchmal an die Wäschereiszene im Gefängnis aus American History X. Obwohl Jack Mosley ähnlich John McClane in Stirb Langsam etwas abbekommt und sich leidend durch den Szenenablauf schleppt, gibt es deutliche Unterschiede zur Figur, die psychisch schon eher an einen Martin Riggs aus Lethal Weapon erinnern. Bruce Willis miemt den gealterten Cop mit Hinkefuß, der seine Entscheidung gegen seine Freunde und Kollegen getroffen hat, weil er es für richtig hält, mit Bravour.
So simpel die Moral, jeder könne sich ändern, im Verlauf von 16 Blocks durchscheint, so unspektakulär ist dann aber auch das Drehbuch vom wenig vorbelasteten Richard Wenk. Zwar kann der Film trotz im Verhältnis zu damals großen Richard Donner Produktionen vom Kaliber Lethal Weapon sparsam eingesetzter Action eine konstante Grundspannung vorweisen und die Charaktere im Laufe des Films vertiefen, jedoch kommt nie das Gefühl auf einen bahnbrechenden Hit vor Augen zu haben, die Thrillerelemente hauen den Zuschauer nicht aus den Ringelsöckchen. Am Ende lehnt man sich dann aber doch zufrieden zurück, in der Gewissheit von 16 Blocks gut unterhalten worden zu sein, was nicht zuletzt am grandiosen Willis liegt.