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Nach einer wahren Begebenheit: Ein Ex-Footballchampion und Aufseher im Jugendknast (Dwayne „The Rock" Johnson) coacht eine Horde von straffälligen Jugendlichen und schafft es, nachdem sie aus dem Knast wieder entlassen worden, die Rückfallquote ins Milieu von Bandenkriminalität durch das Predigen von Teamgeist und Zusammenhalt zu minimieren.

Das sind die Eckpfeiler, aus denen „Spiel auf Bewährung" besteht. Die verbürgten Tatsachen werden dabei noch aus Archivmaterial im Abspann hieb- und stichfest belegt, was allerdings der Fragwürdigkeit dieses Films nicht wirklich entgegen wirkt. Es ist aller Ehren wert, dass Regisseur Phil Joanou („Im Vorhof der Hölle", 1990) hiermit alternative Rehabilitationsmethoden für kriminelle Jugendliche in Abhebung an das traditionelle „Für-immer-wegsperren" aufzeigt. Die Art und Weise, wie er das tut, ist allerdings daneben: durch Pathos und Melodramatik. Alle halten zusammen und „The Rock" hält vor jedem Spiel einschwörende Monologe über Teamgeist und Stolz, dass selbst Mel Gibson aufgrund seines reaktionären „Wir waren Helden" nur laut „Juchu" schreien würde. Dazu eine unsäglich schmalzige Musikuntermalung, die das Zusehen an dieser moralischen Zeigefinger-Übung und kruden Mix aus ernst zu nehmender Gesellschaftskritik, unübersichtlichen Football-Szenen und pathetischem Heldentum zu einer reichlich zähen Sache werden lassen. Formal hingegen ist „Spiel auf Bewährung" durchaus gelungen. Die jungen Schauspieler wirken authentisch, Rapper Xzibit (bekannt aus der MTV-Show „Pimp My Ride") ist in einer Nebenrolle als Co-Trainer zu sehen und der Film unterhält mit ein paar humoristischen Einlagen über weite Strecken ganz gut. 
    
Fazit: Inszenatorisch fragwürdige Kritik am US-Justizsystem. „Spiel auf Bewährung" ist durchaus unterhaltend, vermag aber nicht darüber hinweg zu täuschen, dass Pathos kein probates Mittel ist, um den moralischen Zeigefinger in dieser nicht wirklich originellen Story zu kaschieren. So gibt es keinen Touchdown in der Kinoliga.  

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