Bikes, Brüste, Blaue Pillen und bloody Brit-Beats
"Quadrophenia" ist einer der absoluten britischen Kultfilme. Nicht nur The Who-Fans, Baby-Boomer, Briten oder Modder sollten ihn zumindest einmal im Leben gesehen haben. Eine rebellische Geschichte über einen jungen Mann, der als Modder (eine Art Rocker-Gegenentwurf) zuerst einen Sinn im Leben als Gruppe entdeckt und dann bemerkt, dass ihn dieser Weg nur noch weiter in Kummer und Katastrophen stürzt...
(Mindestens) Drei Dinge sind an diesem filmischen Inselrebellen bemerkenswert: 1) Die Musik von The Who (u.a.), die mit ihrem gleichnamigen Album das Grundgerüst lieferten. Selbst wenn man sie sonst nicht hört, ist das einer der besten Soundtracks die es gibt. Große Klasse! 2) Phil Daniels als Hauptdarsteller. Roh, zerrissen, verzweifelt, ratlos, identitätslos. Noch heute, auch ohne Modder, für Jugendliche eine nachvollziehbare Identitätsfigur. 3) Die unfassbare Atmosphäre und eingefangene Stimmung einer einmaligen, antiautoritären Zeit.
Weitere Tüpfelchen auf dem i: Sting im seinem ultracoolen Filmdebüt; die witzigsten Motoroller der Filmgeschichte (die jeden toten Winkel im Blick haben); eine Massenschlägerei Mods vs. Rocker, die eine kleine Küstenstadt auseinandernimmt.
Fazit: der ultimative Modder- und The Who-Film - chaotisch, rebellisch, planlos. Ein wildes Kultvehikel, das eine ganz bestimmte Gruppe und Generation anspricht. Und gleichzeitig zeitlos als sehr emotionales und nachvollziehbares Coming-Of-Age-Drama interpretiert werden kann. We are the Mods!