„Springtime for Hitler“ war Mel Brooks Regiedebut und der Film hat so gar nichts von den üblichen Genrekaspereien, die ihn mit „Blazing Saddles“, „High Anxiety“ oder „Spaceballs“ so berühmt machten.
Noch ganz im Stile der überspannten 60er Jahre macht sich Brooks hier an eine theaterhafte Farce (der Film geriet dann auch zum gefeierten Bühnenstück in neuerer Zeit), in der ein erfolgloser Bühnenproduzent seinen Steuerprüfer engagiert, um gemeinsam einen Riesenbetrug mit einem zum schnellen Untergang verdammten Stück aufzuziehen, um sich das investierte Geld unter den Nagel zu reißen.
Zero Mostel gibt den May Bialystock, der haufenweise sexuell ausgehungerte alte Damen betört, um an ihre Investitionsschecks zu kommen und Gene Wilder in absoluter Erntefrische seinen leise-verspannten Steuerprüfer.
„The Producers“ ist sicher kein feingeschliffener Film, im Gegenteil, er wirkt noch etwas unbehauen, da einige Szenen zu lang ausgebreitet sind und alle Beteiligten zum Chargieren neigen, aber die breitärschige Absurdität des Geschehens macht trotzdem einen Heidenspaß. Kenneth Mars, der später in „Is was, Doc?“ seinen Hang zum überspitzten Overacting auf die Spitze trieb („Ich bin Halbitaliener!“), gibt hier den Nazi-Immigranten und Hitler-Versteher Liebkind, der das titelgebende Theaterstück geschrieben hat.
Daraus kochen unsere Helden ein provokant-abgefahrenes Musical zusammen, das dann anscheinend bereits bei der Eröffnungsnummer einen handfesten Skandal auslöst, als die singenden Gestapo-Chöre über die Bühne steppen, was für einen vornehmlich von jüdischem Humor geprägten Film auch recht provokant ist. Natürlich geht alles schief und das Stück wird zum ungewollten Heiterkeitserfolg sondergleichen, woraufhin alle in der Tinte und im Knast sitzen.
Der relativ kurze Film fokussiert auf einige, wenige Set Pieces, wie die Zusammenführung der Charaktere, das Finden des Stücks, die Diskussion mit dem Autor, das Engagement des (schwulen und durchgeknallten) Regisseurs, dem Premierenabend und dem Versuch, das Theater zu sprengen. Dadurch wirkt der Fluß etwas gestört, die ruppige Aneinanderreihung wirkt, als hätte man auf viele wichtige Szenen verzichtet, doch die Wirkung bleibt unbenommen.
Trotzdem ist die Komik sehr speziell Sixies-like und sorgt nicht gerade für Zwergfellerschütterung, läßt aber ein stabiles Dauergrinsen (oder Kopfschütteln) zu. (7/10)