Little Miss Sunshine ist eine liebevoll erzählte und zuckersüß inszenierte Mischung aus Drama und Komödie.
Und wie schon erwähnt, "süß" trifft es am ehesten. Getragen von der kleinen Abigail Breslin, die ihre Rolle fantastisch spielt, entwickelt sich eine doch ziemlich kitschige Geschichte, in der die zerrüttelte Familie wieder zueinander finden muss. Angetrieben vom Wunsch der kleinen Olive (Abigail Breslin), den "Little Miss Sunshine" Contest in Kalifornien zu gewinnen, wagt die Familie das Chaos widerwillig.
Mangels Geld wird der alte VW-Bus genommen, mit dem es dann quer durch die Staaten geht. Doch nicht nur "Mom & Dad" begleiten die kleine Olive, auch ihr selbstmordgefährdeter und gerade aus der Klinik entlassener Onkel, ihr Trainer und gleichzeitiger Großvater mit einer Schwäche für Drogen, sowie ihr schweigsam-sturer Bruder, dem scheinbar alles egal ist, außer irgendwann sein Lebensziel zu verwirklichen, sitzen mit im Van.
Trotz Spannungen untereinander und regelmäßigen Momenten, in denen man als Zuschauer einige der Personen in die Hölle wünscht - es kommt ein Zeitpunkt, in der sie alle über sich hinaus wachsen, wofür der Zuseher vorherige Ausrutscher gern verzeiht.
Besonders erwähnt werden muss dann aber das Ende: Nach langem Bangen war man sich schon fast sicher, was kommen würde, man wollte es unbedingt abwenden - und dann geht das ganze doch noch in eine komplett andere Richtung. Wirklich toll!
Da verzeihe ich auch gerne den etwas zu abgedrehten Mittelteil, zumal der kaum noch Bedeutung für den Rest des Films hatte.
Untermauert wird die Handlung von einem durchgängig überragendem Soundtrack, der perfekt zum Film, zu den Charakteren und zu der Atmosphäre passt.
Am Ende ist zu sagen, dass Little Miss Sunshine berührt und bewegt, zum Lachen und zum Weinen bringen kann und fast durchgängig pure Unterhaltung bietet. Der Plot mag etwas flach klingen, wer sich aber wirklich drauf einlässt, wird sich schnell selbst dabei entdecken, wie er mitfiebert.
Man beachte aber: Little Miss Sunshine ist mit Sicherheit kein Film für jedermann. Für Leute, die schon das Gesicht verziehen, wenn sie das Wort "Kitsch" hören, sollten drauf verzichten, sich den Film anzusehen.