Review

Ein VW-Bus. Ein Strecke. Ein Ziel.

Und eine Familie, die auseinander zu brechen droht. Das Filmdebüt der 2 Regisseure ist nett bevölkert mit Figuren, bei der jeder so seine Schwächen, aber auch seine Stärken haben.

Ein Vater, der stets den Erfolg an die Tagesspitze setzt und das Verlieren nicht als Erfahrung, sondern als Selbsterniedrigung ansieht. Der Großvater, welcher auf dem ersten Blick traditionell auftritt, jedoch im Laufe der Geschichte sich als drogenkonsumierender, leicht erotisch orientierender Geselle entpuppt. Dann gäb es noch der Sohn, der ein Schweigegelübnis aufgrund militärischen Hintergründen abgelegt hatte, der Onkel, welcher kurz zuvor sich selbst umbringen wollte und eben der kleine Star des Films - Olive, der kleine "Sonnenschein" des verrückten Haufens, die zusammen mit ihrer Mutter im Grunde die einzigen "Normalen" sind.

Richtig in Fahrt kommt der Film wirklich dann, wenn die Fahrt beginnt. Die Fahrt nach Kalifornien, da Olive eben an jenem Kontest mitmachen will. Doch bevor es losgeht, werden die Charaktere kurz eingeführt. Den Akteuren werden lockere, aber auch leicht kritisch-amüsante Dialoge in den Mund gelegt. Das ganze ist ohne Musik untermahlt, was dem Geschehen einen Hauch von Authentizität übermitteln lässt. Wirklich sympathisch ist zwar keiner der Darsteller, aber man kann sich immerhin oberflächlich betrachtet mit ihnen identifizieren - und das ist die Voraussetzung, das diese Art von Film überhaupt gelingen kann.

Der Film ist ein etwas unkontrollierter Mix aus Drama und Komödie, wobei diese beiden Genres ab und an auch gemixt werden. Das gelingt zwar nicht immer, aber die Idee ist nett und für ein Independent-Movie reicht ja meist schon allein die Idee - wenngleich die Ausführung nicht immer zufriedenstellend ist.
Der Hauptkern konzentriert sich wirklich auf die reine Fahrt zum Ziel. Das mag zwar im schriftlichen Format etwas langweilig klingen und es vermag die Verwunderung zu erwecken, weshalb der Film überhaupt eine relativ gute Gesamtwertung hat. 
Nun, der komödiantische Part des Films hat einen ansteckenden Charme. Der Humor ist nicht böse, nicht bissig, aber auch kein Slapstick. Er ist ruhig, trocken - aber eben auf die Situation betreffend. Und das zaubert jedem Zuschauer ab und an ein Grinsen auf die Lippen. 
Die Situationskomik ist oft so absurd, dass man das, obwohl es ein Film ist, erst selbst gar nicht glauben mag.
Das Ultimatum an Absurdität erzielt der Film, als der VW-Bus von dem Polizisten angehalten wird - ohne jetzt viel zu spoilern.

Der dramatische Aspekt hat so seine Höhen und Tiefen. Als der Großvater stirbt entwickelt sich eine leichte Sentimentalität, aber man fühlt ein klein wenig auch mit, da in dieser Szene die Trauer der Mutter ziemlich gut anzusehen ist. Alle anderen bleiben fremd, distanziert, ruhig - ohne jedoch ihrem Charakter zu schaden.

Das Finale - sprich Olives großer Auftritt - wäre eine Mixtur aus beidem - welche jedoch nicht so recht gelingen mag. Generell ist der Schlußakkord eher unbefriedigend ausgefallen. Das Handeln der Hauptakteure ist für einige sehr paradox und widersprüchlich, da sie eigentlich nicht der Charakterzeichnung jener Person entspricht. Ein zuvor schweigender Anti-Pazifist, kann nach einer "schockierenden Nachricht", welche sein Traumziel in Luft auflösen lässt, nicht lebensbejahend und fröhlich stimmend mit agieren. Aber das nur am Rande.

Im Grunde ist der Film eine nette Idee, die Situationskomik ist sicher oft das Beste am Film, aber für den perfekten Film fehlt doch die ideale Inszenierung und das Gespür für echte Charaktertiefe. Trotzdem alle mal unterhaltsamer und besser als die ganzen 08/15 Komödien, welche massenweise in den letzten 5 Jahren auf den US-Markt kamen. 

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