Review

Millennidumm


„End of Days“ mag ich erstaunlich gerne. Ob das daran liegt, dass ich ihn zusammen mit meinem Vater zu Beginn dieses Jahrtausends zeitigst aus den Videotheken ausgeliehen habe als er dort eintraf oder dass er wirklich etwas verkannt ist - da verschwimmen die Linien. Jedenfalls gehört er als Guilty Pleasure mittlerweile schon zur festen Ausstattung gegen Ende Dezember - zumindest jedes zweite Jahr. Oder zu größeren Jahreswechseln. In „End of Days“ bekommt es ein frustrierter und vom Leben tief gezeichneter Arnold Schwarzenegger als Cop am Vorabend der Jahrtausendwende mit keinem geringeren als dem Teufel persönlich zu tun - denn dieser sucht im Big Apple seine Auserwählte um mit ihr ein Baby zu machen und die Menschheit endgültig in Feuer und Verderbung zu stürzen...

Arnie steht in „End of Days“ manchmal unangenehm ab wie ein eingewachsener Fußnagel oder eine hartnäckige Augenbraue. Sein Akzent, sein gefühlter Autopilot, seine ganze Art. Er ist es für mich definitiv nicht, der „End of Days“ ganz geil macht. Nahezu alles andere (minus einem oft zu hektischen Schnitt und nicht allzu gut gealterten Effekten) ist es dagegen umso mehr. Die Mischung aus Copthriller und Apokalypsenatmosphäre, aus Horror und okkulter Mystery, aus Splatter- und Splittergranate. Gabriel Byrne als verschmitzter und dennoch höchst angsteinflössender Mephisto, NYC als immer beweglicher Schmelztiegel, einige äußerst harte Ausschläge (etwa wenn Udo Kiers Kopf mit der blanken Faust durchschlagen wird!) und Hyams routinierte Regie und sein tiefsitzender Umgang mit Verschwörungstheorien. All das ist spitze. Auch das allgemein sehr fein eingefangene, dunkle Gefühl zur Wende in ein „neues Zeitalter“. All das lässt mich bei jeder Erwähnung von „End of Days“ zumindest schmunzeln. 

Fazit: nicht der beste Actionhorror und auch nicht der beste Arniekracher - und dennoch ein unterschätzter und atmosphärischer, oft erstaunlich harter Neujahrsböller von Peter Hyams über Satans suboptimales Silvester! 

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