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Nach 1932 ist dies die zweite Verfilmung von Edgar Allan Poes „Mord in der Rue Morgue“, welcher erstmals 1841 erschien. Hinsichtlich der Auflösung könnte man beinahe vermuten, dass Poe und Sir Arthur Conan Doyle voneinander abkupferten, denn auch in einem Fall von Sherlock Holmes wird ein Täter präsentiert, der in vielerlei Hinsicht von der Norm abweicht.

Paris im 19. Jahrhundert: Nachdem die dritte junge Frau bestialisch ermordet aufgefunden wird, verdichten sich die Hinweise in Richtung Prof. Dupin (Steve Forrest), von denen Inspektor Bonnard (Claude Dauphin) fest überzeugt ist. Doch im Hintergrund sucht der wahre Mörder mit seinem Komplizen bereits nach dem nächsten Opfer…

Regisseur Roy Del Ruth zeichnet ein angemessen düsteres Bild von Paris und setzt auf eine sorgfältige und teils aufwendige Ausstattung. Detailverliebte Kostüme, glaubhafte Requisiten wie Droschken und einige recht atmosphärische Settings dominieren das Bild. Man bemühte gar die Mitglieder von einem Zirkus, um einerseits am Rande eines Rummels zu turnen und explizit einen Turner zu veranlassen, in einem riskanten Manöver an Giebeln einen Fluchtweg nachzustellen.

Zwar geht man an einigen Stellen den leicht abstrusen Theorien eines Wissenschaftlers (Karl Malden) nach, wonach der Mordinstinkt in jedem Tier bestünde und vom Menschen lediglich unterdrückt würde, doch eine morbide Note haftet dem Treiben ohnedies an. Rasch ist auch ein vages Verbindungsglied unter den Opfern auszumachen, welche allesamt ein Armband mit drei Glöckchen trugen (in seiner Freizeit könnte man das Gebimmel mal ablegen, man ist ja keine Katze). Auch ist es ein wenig zweifelhaft, dass zu dieser Zeit die Theorien von Sigmund Freud gelobt werden, obgleich dieser anno 1841 noch gar nicht auf der Welt war.

Hin und wieder fällt die Erzählung zwar ein wenig geschwätzig aus, doch Durststrecken sind angesichts des insgesamt flotten Erzähltempos nicht auszumachen. Zu dem gesellt sich im finalen Akt zunehmend ein wenig Action mit einigen Verwüstungen und der kurzen Hatz in einem Zoo, bei dem ein durchaus als gelungen zu betrachtendes Gorillakostüm zum Einsatz kommt. Speziell in diesem Abschnitt hält man sich ganz gut an die literarische Vorlage.

Neben dem sauber abgestimmten Score und dem routinierten Handwerk (eine Szene mit einem Messerwerfer ist diesbezüglich exzellent getimt), überzeugen nahezu sämtliche Mimen.
Zwei Jahre zuvor erhielt Karl Malden einen Oscar für „Endstation Sehnsucht“, - hier geht er es deutlich weniger nuanciert als leicht irrer Wissenschaftler an. Richtig gut ist auch Patricia Medina, welche als potenzielles Opfer deutlich mehr als reines Schreien drauf hat und vor allem in ruhigen Momenten überzeugt.

Am Ende bietet „Der Würger von Paris“ stimmungsvolle Krimibilder mit leichten Horroranleihen, einen Fall mit ungewöhnlicher, jedoch nicht gänzlich hanebüchener Auflösung und mit einer knackigen Laufzeit von 80 Minuten solide Spannung ohne Durchhänger.
6,5 von 10


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