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Chazz Palminteri spielt einen Lehrer an einer Internatsschule, der mit einer früheren Nonne, der Gründerin der Schule, gespielt von Isabelle Adjani, verheiratet ist. Er betrügt seine herzkranke Frau mit einer Kollegin, gespielt von Sharon Stone, und macht den Damen das Leben am Internat mit seiner jähzornigen und beherrschenden Art zur Hölle. Die beiden fassen daher den Beschluss, ihn zu töten. Sie ertränken den Lehrer in einer Badewanne und entsorgen die Leiche im Pool der Schule. Als das Wasser am nächsten Tag abgelassen wird, ist sie jedoch verschwunden und es mehren sich die Hinweise darauf, dass der vermeintlich Ermordete noch lebt.

„Die Teuflischen“ von Henri-Georges Clouzot gilt als großer Klassiker des morbiden Kinos, neben „Lohn der Angst“ als eine der besten Arbeiten des französischen Regisseurs. Und wie es so oft bei Remakes der Fall ist, so wurde auch „Diabolisch“ als überflüssig zerrissen, Sharon Stone kassierte gar eine Nominierung für die Goldene Himbeere, wo sie aber ohnehin quasi ein Dauergast ist. Festzuhalten bleibt aber in jedem Fall, dass man aus der Materie deutlich mehr hätte machen können.

Insbesondere durch die überzeichneten Figuren geht viel Potential verloren. Chazz Palminteri, sonst oft als Mafioso oder graue Eminenz besetzt, gibt das herrische Arschloch mit voller Hingabe, jedoch so überzogen, dass sein Charakter praktisch zur Karikatur verkommt, während Isabelle Adjani mit großen Kulleraugen als Unschuld vom Dienst agiert, der man ein solches Mordkomplott niemals zutrauen würde. Sharon Stone gibt daneben die kaltherzige Undurchsichtige a la „Basic Instinct“, bei der es dann auch nicht weiter überrascht, dass sie ein doppeltes Spiel spielt. Es sind aber nicht nur die Charaktere, der ganze Film wirkt künstlich, steril und distanziert.

Dabei ist die Story gar nicht schlecht und am Ende durchaus wendungsreich, doch ein paar mysteriöse Begebenheiten und eine geschickte Auflösung allein reichen eben nicht aus, wenn kaum Spannung erzeugt wird, weil sonst wenig zusammenpasst. Kathy Bates, das darstellerische Highlight des Films, ist da auszunehmen. Dabei wäre es doch ein Leichtes gewesen angesichts des Schauplatzes, des entlegenen Internats, und der morbiden Geschichte eine dichte Atmosphäre zu erzeugen und das Ganze mit ein paar Schockeffekten zu garnieren. So ist „Diabolisch“ ein leidlich unterhaltsamer und gut fotografierter Thriller geworden, der narrativ nichts falsch macht und solide unterhält, sein Potential aber kaum ausschöpft.

Fazit:
„Diabolisch“ ist ein Durchschnitts-Thriller mit überzeichneten Figuren und gelungener Auflösung, der sich im Gegensatz zum französischen Original definitiv keinen hervorgehobenen Platz in der Film-Historie sichern wird.

49 %

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