Ich vermisse die Cannon Schmiede wirklich, denn sie hat einige richtig gute Actioner auf den Markt geworfen. Einer davon ist auch " Missing in Action ", welcher Chuck Norris entgültig zum Actionstar aufsteigen ließ.
Das Thema Vietnam war in den 80er Jahren eines der Beliebtesten und wurde gnadenlos ausgeschlachtet. Da darf ein Beitrag von Menahem Golan und Yoram Globus natürlich nicht fehlen. Vor allem wurde dieser Actioner noch mit einem sehr ordentlichen Budget ausgestattet und genauso lässt man es hier auch krachen. Außerdem inspirierte die Story zu " Missing in Action " auch den Film " Rambo 2 ", welcher sich ein Jahr später genau das selbe Thema vornahm.
Regisseur Joseph Zito war noch völlig Actionunerfahren zu dieser Zeit, doch man merkt hier sofort, warum er den Part der Regie übernehmen durfte. Er drehte ein Jahr später mit Chuck Norris den Actionkracher " Invasion USA ".
Story:
Colonel James Braddock ( Chuck Norris ) war selbst Kriegsgefangener in Vietnam, doch er konnte entkommen und er weiss ganz genau, dass dort noch amerikanische Soldaten festgehalten werden. Daher reist er wieder zurück nach Vietnam und hat auch bald die vermissten Soldaten ausfindig gemacht. Doch die Gegenseite macht es ihm nicht leicht und versucht alles daran zu setzen, dass Braddock seine Mission nicht erfüllen kann. Dieser reist kurz darauf nach Thailand zu seinem alten Kumpel Tuck ( M. Emmet Walsh ). Zusammen mit ihm und einer riesigen Waffenausrüstung geht er zurück in den vietnamesischen Dschungel um die Soldaten zu befreien. Doch Diese werden von ganzen Armeen bewacht.
Die Story, wenn man es überhaupt so nennen darf ist von der billigsten Sorte, darüber hinaus sehr reaktionär, roh und rassistisch. Die Vietnamesen werden hier als hinterhältige, fiese und erbarmungslose Mörder hingestellt, wobei Braddock und sein Tuen natürlich in den Himmel gelobt wird. Auch jedes Klischee welches in diesem Bereich vorhanden ist, wird den Vietnamesen angehaftet.
Wenn man sich diesen Film ansieht sollte man darauf nicht achten, genauso wenig auf die platte Story. Einfach das Hirn auschalten und sich unterhalten lassen, denn das tut " Missing in Action " prächtig. Anscheinend so prächtig, dass man gleich eine Trilogie daraus machte.
Auch die ständig wechselnde Kulisse ist ein Hingucker. Der vietnamesische Dschungel sieht sehr authentisch aus, man sieht gleich das nicht in irgend einem Park, oder Waldstück gedreht wurde. Man war hier echt im Dschungel und es gibt weit und breit keine einzige Plastikpflanze. Mit Thailand meint man es auch nicht gerade nett, denn hier ist ein Puff neber dem Anderen und dort sind die Leute auch sehr gewaltbreit.
Der Score ist sehr heroisch, war damals einfach so üblich, hört sich aber trotzdem gut an.
Joseph Zitos Stärken liegen vor allem in der Action und davon ist im gesamten Film reichlich vorhanden und so gut verteilt, dass keine Längen aufkommen. Spannend ist der Plot nur leidlich, da viel zu vorhersehbar, lediglich Braddocks nächtlicher Ausflug in Saigon kann den Bogen ordentlich anspannen.
Schon zu Beginn wird erstmal ausgiebig geschossen mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Ansonsten gibt es einige Keilereien, Verfolgungsjagden und das sehr lange actionreiche Finale. Sehr gut finde ich die eingebauten Fights, die eine gute Abwechslung darstellen. Diese sind zwar immer recht kurz, aber Norris darf ordentlich hinlangen. Die Shootouts sind meist sehr lang und es gibt einige blutige Einschüsse zu sehen. Dabei gibt es wieder massenhaft Explosionen zu bewundern, welche alle noch handgemacht sind und demnach auch den ganzen Bildschirm füllen. Außerdem peppt Zito das Ganze noch mit einigen Zeitlupen auf.
Über die Darsteller lässt sich natürlich streiten. Es dürfte jedem von uns klar sein, dass hier keine Edelmimen am Start sind.
Vor allem nicht Chuck Norris, dem aber diese sehr wortkarge Rolle sehr gut steht. Trotzdem wandert er durch den gesamten Film mit nur einem Gesichtsausdruck. Doch actiomäßig beweist er uns, warum man gerade ihn für diese Rolle ausgewählt hat.
Aber es gibt ja auch so Leute wie M. Emmet Walsh als Tuck, welche den Film durch ihren Humor etwas aufpeppen.
James Hong tut das was er eigentlich am besten kann, er spielt eine sehr falsche und hinterlistige Rolle, nämlich einen vietnamesischen General.
Fazit:
Typischer Cannon Actioner: Roh, reaktionär, brutal und rassistisch. Vergesst die klischeebehaftete Story und genießt die Action. Es knallt und kracht an allen Ecken, die Action ist vielseitig und 1A inszeniert. Längen haben hier keine Chance, die Spannung leider auch nicht sonderlich. Die Darsteller sind genau das was man von ihnen, in so einem Film erwartet.
Tolle Actionunterhaltung der alten Schule.