Joseph Zito inszenierte diesen Vietnam-Actioner, der viele Elemente des ein Jahr später folgenden zweiten RAMBO-Teiles vorwegnimmt, im Jahre 1984, back to back mit Lance Hools 1985 veröffentlichter Fortsetzung, die eigentlich als erstes in die Kinos komme sollte, aus Qualitätsgründen aber erst später released wurde um nicht die Franchise zu versauen.
Norris spielt den Vietnam-Veteranen Colonel Braddock, welcher ob seiner langjährigen Gefangenschaft ein wenig gnatzig geworden ist, aber trotzdem mit einer US-Delegation nach Vietnam fliegt, welche über eventuell immer noch im Lande verbliebene US-Gefangene verhandeln soll. Das Verhandeln liegt Braddock aber gar nicht, er brüskiert lieber die Gastgeber, ermordet einen vietnamesischen General, fliegt dann nach Thailand, wo er einen alten Kumpel trifft, welcher ihn mit fettem Gerät ausstattet, mit dem er zur eigenhändigen Befreiung der armen Ami-P.O.W.s antritt.
Für diesen Ein-Mann-Kriegszug spendierte CANNON leider nur ein spärliches Budget von reichlich 2 Millionen US$, so dass MIA den Vergleich mit dem prominenteren RAMBO 2 durchaus scheuen muss, denn die quantitativ großzügig bemessene Action ist reichlich billig inszeniert, was zum einen an der völlig ungelenken Regie des bis dato eher unbekannten Joseph Zitos liegt, der nur selten effektive Einstellungen und Kamerawinkel findet, um Shootouts und Explosionen einzufangen, die unsaubere Montage hilft da natürlich auch nicht.
Aber das nicht vorhandene Geld wird in jeder Menge druckloser Gasexplosionen deutlich ebenso wie in den fast völlig fehlenden Einschusseffekten, die den Ballereien jeden Impact rauben. Auf preiswert zu inszenierende Fights, eigentlich Markenzeichen bisheriger Chuck Norris-Vehikel, wird fast völlig verzichtet, was den hier außerordentlich unsympathisch agierenden Rübezahl natürlich austauschbar und beliebig macht.
Fehlendes Budget und fehlende inszenatorische Kompetenz werden allerdings versucht durch eine ordentliche Portion Geschichtsrevisionismus und US-Patriotismus zu kompensieren, im ersten Teil der später dreiteiligen Reihe hält sich dieser aber noch vergleichsweise zurück und liegt auf dem damals genreüblichen Niveau, dürfte Feingeistern und Gutmenschen aber immer noch sehr sauer aufstoßen. Für diese dürfte aber sicher der ganze Film ein Ärgernis sein, zumal Story und Drehbuch diese Namen nicht verdienen, für den anspruchslosen Actionfreund dagegen ist MIA dank seiner hohen Actiondichte und einiger gelungener Sequenzen durchaus eine eingeschränkte Empfehlung als Bierdosenfilm wert, sofern man mit Dschungelszenario, Strubbelbart und ordentlich Männerschweiß etwas anzufangen weiß. Gut geht aber anders, und bessere Alternativen gibt es auch zuhauf, besser als phillipinische Dschungelkriegskost ist MIA aber allemal.