Review

Noch vor Sly Stallone durfte Ausnahmedarsteller(*G*) Chuck Norris für das gebeutelte Amerika den vietnamesischen Dschungel umpflügen. Zwar weit weniger spektakulär, aber wenigstens ohne pseudomoralische Ergüsse.
Doch durchweg unterhaltsam ist das ganze leider auch nicht, schleppt sich die völlig uninteressante Handlung doch sehr langsam voran. Abgesehen von einem actionreichen Auftakt und einer Kletterpartie an einer Hauswand ist bis zum Showdown nicht mehr allzu viel zu sehen. Alle Geschehnisse vorher dienen eigentlich nur dazu, Norris`Ein- Mann-Feldzug irgendwie als logische Alternative zur Diplomatie zu rechtfertigen - die fiesen Vietnamesen verstehen eh nur die Sprache der Gewalt und kriegen dementsprechend auf die Mütze! Legendär inzwischen die Szene als Norris in Zeitlupe mit einer Riesenwumme in der Hand aus dem Wasser emporsteigt und 5 oder 6 Gegner niedermäht, die sich vorher schön brav in einer Reihe aufgestellt haben! Heroischer und gewaltverherrlichender geht es kaum noch. Wehe dem, der diesen Unsinn auch noch ernst nimmt;-).
Wie eingangs erwähnt ist Chuck Norris als Schauspieler eine Katastrophe. Trifft auf Schwarzenegger und Co. ebenfalls zu, diese allerdings konnten wenigstens noch einen Hauch von Sympathie versprühen - trifft hier aber überhaupt nicht zu: Norris` arrogante Art ist ausserhalb der Action einfach nur nervig, der Charme eines toughen, aber unbeholfen wirkenden Actionhelden wie Dudikoff fehlt ihm einfach. Nettes Gimmick übrigens in der deutschen Version: Chuck spricht mit Arnies bzw. Stallones Synchronstimme, die nun wirklich gar nicht zu ihm passt!
Die Nebendarsteller sind kaum erwähnenswert, weil entweder überflüssig (die Dame von der Regierung, Norris`alter Kumpel, der sogar einen Heldentod sterben darf) oder Kanonenfutter (so ziemlich alle Vietnamesen).

80er-Actioner mit einem unsympathischen Kotzbrocken als "Held". Alles in allem sicher ein Must-See für Genrefans, alle anderen sollten einen weiten Bogen darum machen.

5/10

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