Review

Es ist immer schwierig, eine Kult-Serie neu aufzulegen ohne diese 1:1 zu kopieren oder so zu verhunzen, daß man sich verärgert fragt "was soll das"?

Hier ist jedoch ein annehmbarer Mittelweg gelungen, der zwar bei weitem nicht den Charme der 78er-Verfilmung erreicht jedoch nett unterhält und das Thema etwas anders angeht, beginnend damit, daß die Handlung in die frühen 30er Jahre zurückverlegt wurde, wo sie ja auch ursprünglich angesiedelt ist (was verstörende Sätze wie "Wir haben noch nie ferngesehen" in den Europa-Hörspielen erklärt :o)

Die Besetzung ist so naja... größter Fehlgriff ist dabei Timmi der Hund der ja in der Lage sein soll, auch hartgesottene Schurken im Zaum zu halten, hier aber schon aufgrund der Größe lieber auf den Arm genommen werden sollte.
Dann kommt Anne, die eindeutig zu jung geraten ist und den naiv-fürsorglichen "Eier-mit-Speck-brate"-Charme vermissen läßt während Julian und Dick mit ihren Pomadenscheiteln wie Schießbudenfiguren aussehen, denen man spontan eine kleben möchte, einfach um zu gucken was passiert.

Interessantester Charakter ist naturgemäß die eigensinnige Georgina, die darauf besteht George genannt zu werden da sie gerne ein Junge wäre und meistens auch dafür gehalten wird.
Was in der alten Serie denn noch einigermaßen glaubhaft umgesetzt war, wirkt hier karikiert und unfreiwillig komisch denn auch wenn Jemima Rooper darstellerisch am ehesten überzeugt, so gelingt es einfach nicht, sie maskulin erscheinen zu lassen.

Sieht man sie heute (z.Bsp. demnächst neben Hilary Swank in dem Mystery-Thriller "The Black Dahlia"), könnte man meinen, Angelina Jolies' kleine Schwester vor sich zu haben, was sich hier, im Alter von 15/16 natürlich bereits abzeichnet - Katzenaugen, geschwungene Lippen, unübersehbare Brüste... doch aufgrund Hosen und kurzer Haare: "Ihr seid ja 3 Jungs, da sollte doch ein zweites Mädchen sein" :o))))

Für Puristen sicher eine Katastrophe, für mich ein Heiterkeits-Quell, an dem man sich ab und an trefflich ergötzen kann.
Trotz unverkennbarem 90er Stil nicht zu grell gemacht und durchaus genießbar, was wohl auch daran liegt, daß es sich um eine englische Produktion handelt, wo allgemein mit mehr Gefühl und Liebe zum Detail gearbeitet wird als bei deutschen oder US-amerikanischen Serien.

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