Die Geschwister Julian, Dick und Anne verbringen die Ferien bei Onkel Quentin und Tante Fanny. Dort lernen sie auch ihre Cousine Georgina kenne, die lieber ein Junge wäre und sich von allen George nennen lässt. Als die vier zusammen mit Georges Hund Timmy die Insel Kirrin Island besuchen, geraten sie in ein aufregendes Abenteuer. Finstere Gestalten wollen aus einem alten Schiffswrack einen Schatz bergen, der eigentlich Georges Vater gehört. Von da an erleben die fünf Freunde immer wieder ähnliche Abenteuer, wenn sie die Ferien gemeinsam verbringen.
So ein langes verschneites Wochenende (zum Glück ist in BW der 06.01. Feiertag) eignet sich doch prima dazu mal wieder die ganz alten DVD´s vorzukramen, wie beispielsweise die "Neuverfilmung" der fünf Freunde Serie von Enyd Blyton. Die 26 Episoden, wobei einige davon Doppelfolgen waren, wurden dabei 1996 komplett in einem Sommer abgedreht, dafür aber leider etwas umständlich (oder auch geldgierig?) von UFA/ZDF auf 13 DVDs gebrannt, so das man für die komplette Serie, eine zweite Staffel gab es nicht, erstens viel Platz braucht und sich eben alle gerade mal 50 Minuten Gesamtlänge beinhaltenden Silberlinge anschaffen mußte.
Die Geschichte dürfte eigentlich bekannt sein. Drei Geschwister verbringen den Sommer bei ihrem zerstreuten Wissenschaftler Onkel und erleben zusammen mit dessen Tochter/Möchtegernsohn George und Flohfänger Timmy zahlreiche Abenteuer, bei denen meist diverse Schmuggler, Diebe und Entführer zur Strecke gebracht werden müssen. Für Kids ist das natürlich tolles Entertainment. Wer träumt nicht davon, mit guten Freunden in der freien Natur spannende Kriminalabenteuer zu erleben. Das wurde dann auch sehr gut umgesetzt, wobei man eigentlich nur auf einfachste Mittel zurückgriff. Man drehte an alten Burganlagen oder Bauernhöfen im Grunde völlig ohne Einsatz von Spezialkostümen oder großartiger Ausstattung. Ab und zu lieh man sich eine Polizeiuniform und neue Knickerbocker, denn die Serie spielt ja irgendwo in den 30ern und da schien es ja bei Todesstrafe verboten lange Hosen oder ungleiche Schuhe tragen zu dürfen, aber ansonsten spielt sich alles auf Wald und Wiesen ab plus einige Innenaufnahmen von alten Gemäuern und für diese kargen Verhältnisse kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen.
Was das Sehen auch noch nach dem erreichen das Wahlberechtigungsalters interessant macht ist auch, das man es hier mit „normalen“ Kindern zu tun hat und nicht mit irgendwelchen altklugen Gören, die durch pure Präsenz meist nur nerven. Die Darsteller sind zwar relativ unauffällig aber brauchbar und so ergibt sich, ähnlich wie bei vergleichbaren Serien Marke TKKG oder die drei Fragezeichen, ein recht kurzweiliger Mix aus Abenteuer, Spannung, Spaß und Geheimnisaufdecken. Die Kids vor dem Bildschirm bekommen Werte wie Freundschaft und Verbundenheit vermittelt, quasi eine Art Abenteuerspielplatz mit Gefahrenzulage, auch mal außerhalb von Facebook und Konsorten. Nur schade, das die Einzelepisoden oft etwas gehetzt wirken, da hätte man gerne auch ein halbstündiges Format verwenden können.
7/10