Review

Die Welle von filmischen Videospieladaptionen boomt und scheinbar geht die Tendenz klar in Richtung Horroradventure.
So unternimmt auch Christophe Gans („Pakt der Wölfe“) den Versuch das Spiel „Silent Hill“ zu verfilmen.
Zur passenden Adaption an die Spielvorlage kann ich nichts sagen, denn ich bin nicht so der Gamer, aber das hat wiederum den Vorteil, dass ich ganz ohne Erwartungen und ohne Vorkenntnis an „Silent Hill“ gehen konnte.

Zur Story:
Sharon (Jodelle Ferland), die Adoptivtochter von Rose (Radha Mitchell) Schlafwandelt und berichtet von einem Ort namens Silent Hill. Gegen den Willen ihres Mannes (Sean Bean) fährt Rose mit ihrer Adoptivtochter nach Silent Hill. Auf der Straße zum besagten Ort, überfährt Rose fast ein Mädchen, was plötzlich auf der Straße erscheint und verliert die Kontrolle über ihren Wagen. Aus der Bewusstlosigkeit erwacht bemerkt sie, dass Sharon verschwunden ist und so beschließt sie nach Silent Hill zu gehen, um sie wiederzufinden.
Die Stadt erscheint wie ausgestorben, doch wenn die Sirenen aufheulen und die Vögel panisch wegfliegen, erwacht die Stadt zu neuem, bösen Leben...
Die Polizistin Cybill (Laurie Holden), welche Rose verfolgt hatte, doch mit ihrem Motorrad stürzte, findet die verzweifelte Rose und ist ihr, nach anfänglichem Zweifel, behilflich ihre Tochter zu finden. Was beide erwartet ist ein Horrortrip und der Kampf gegen das Böse!


Jau, eine Story die jeden direkt vor Innovation weghaut. Da ist ein fieser Dämon, der sich an den Bewohnern von Silent Hill (aus guten Gründen) rächen will. Dafür braucht er natürlich ein unschuldiges kleines Mädchen (da gruselts den Zuschauer gleich doppelt so stark), eine Mutter, die mal keine Angst vor Dämonen und Co. hat, ne Polizistin die schöne aufgepumpte, genau, Augen hat und ein besorgter Vater der mit der Bullerei diskutiert und nur nervt.
Schauspielerisch ist „Silent Hill“ einfach nur der Obermüll! Rheda Mitchell als Protagonistin dieses Streifens wirkt einfach nur lächerlich. Da kommen so Sprüche wie: „Mach Dir keine Sorgen, alles wird gut...“ in der unpassendsten Situation, dass man sich erst mal an den Kopf fasst. Dann hätten wir Laurie Holden als weiblichen Cop. Nun, außer den zwei guten Argumenten die sie im oberen Torsobereich trägt, hat sie auch keine großartigen Qualitäten. Sie wirkt eher lustig, denn sie erinnerte mich ziemlich stark Leslie Easterbrook, die dickeutrige Darstellerin der Deborah Callahan in „Police Academy“. Tja, dann haben wir die kleine Jodelle Ferland, die eine extrem bescheuerte Synchrostimme bekommen hat, was sich extrem nervig auf die „Auflösung“ des ganzen teuflischen Schabernacks gegen Ende des Films auswirkt. Schlussendlich wäre da noch Sean Bean, als grandioser Plottiefpunkt, denn der Gute trägt gar nix zur Sache bei und weiterhin spielt er seine Rolle als besorgter Vater und Ehemann extrem miserabel- ja, schon teilnahmslos.

Also dementsprechend erfährt „Silent Hill“ schon mal durch den Plot einen Dämpfer,denn hier wird ständig hin und her gerannt und man wartet als Zuschauer auf die Sirene, die endlich wieder Action in das dröge Geschehen bringt. Aber noch mehr zehren die dürftigen, unsympathischen und nicht zur Identifikation geeigneten Schauspieler am Nervenkostüm des Zuschauers!

Effekttechnisch war ich durchaus angetan, was mir „Silent Hill“ aufgetischt hat. Gute CGIs, die zwar zum Teil ein wenig aus anderen Filmen übernommen wurden, aber das störte mich jetzt nicht so, ich mag ja auch den guten Pinhead ;-). Richtig überzeugend fand ich den Dämon mit dem Riesenschwert und seinen kriechenden Freunden.

Zur Atmosphäre muss ich auch ein Lob aussprechen. Düster und schön im Grau des fortwährenden Ascheregens gehalten, wird dem Zuschauer eine nicht gerade einladende Kulisse geboten, die es schon in sich hat. Trotz der guten Effekte und Atmosphäre bleiben Spannung und Schockmomente überwiegend auf der Strecke und das ist bei einem Horrorthriller nun wirklich nicht zu verzeihen! Da hilft leider auch nicht der geniale Score, der schön „Industrial-lastig“ in die Ohrmuschel des Zuschauers dröhnt!

Das Ende, ich weiß ja nicht wie es im Game ist, bleibt mir persönlich wiedereinmal zu offen, aber es stinkt nach Fortsetzung...


FAZIT:
Punkten kann der Film durch nette Effekte, eine ungemütliche Atmosphäre und einen fetten Score. Ja und das wars schon! Die Hölle in diesem Streifen sind nur die Schauspieler. Sie sind mies, insbesondere Mitchell und Bean nerven ohne Ende und die Story ist nach dem gewohnten Strickmuster X geknüpft. Wer große Spannung erwartet, wird auch enttäuscht sein.
Klassisch unklassisch bleibt das deutungsschwangere Ende, welches dann noch mal schnell Tiefgründigkeit suggerieren und die Option für einen zweiten Teil offen lassen will.
So ist „Silent Hill“ nichts besonderes, aber auch nichts extrem schlechtes. Ein Film den man einmal sieht und wieder vergisst, wie so viele andere auch!


Ein Durchschnittsfilm, demnach 5 Punkte!

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