Atmosphärisch dichter Gruselstreifen, der letztlich zwar nicht zu 100% überzeugen kann, dafür aber dennoch ganz ordentliche und Genre-übliche Unterhaltung bietet. Als Nicht-Kenner der Spieleserie bin ich diesbezüglich schon einmal nicht vorbelastet, was nach Studium einiger weiterer Reviews zum Film hier ganz klar als Vorteil zu sehen ist. Charaktere, Orte und Handlungsstränge aus der PC- und Konsolenwelt irritieren also nicht weiter und erlauben einen direkten Einstieg in die cineastische Welt von "Silent Hill".
Zur Story will ich mich nur kurz äussern: Mutter sucht ihre verschwundene Adoptivtochter im ausgestorben wirkenden Kaff "Silent Hill", kann diese jedoch nicht finden, trifft bei der Suche allerdings auf jede Menge unschöne Geschalten, die ihr allesamt fast ausnahmslos an den Kragen wollen. Irgendwie gelingt der guten Frau aber immer wieder die Flucht, mal alleine, mal unterstützt durch unerwartete Hilfe. Letztlich findet sie ihre Tochter, übt im Auftrag eines bösen Dämons jede Menge Rache und landet dafür schlußendlich mit ihrer Tochter in einer parallelen Zwischendimension, die natürlich Raum für eine mögliche und zu erwartende Fortsetzung der Serie birgt.
Soweit zum Inhalt. Handwerklich ist der Streifen wie bereits erwähnt absolut gut gemacht, die Atmosphäre in "Silent Hill" ist durchweg beängstigend, besonders wenn die Sirenen der Kirche zum Einsatz kommen und das "Böse" ankündigen. Es wird dunkel und bedrohlich und man ist gespannt darauf, welche Kreaturen die Hölle als nächstes ausspuckt, um Jagd auf die Protagonistin des Films zu machen.
Negativ zu bewerten ist natürlich der Sub-Plot mit Ehemann Sean Bean. Man wird leider Gottes immer wieder und viel zu oft aus den dunklen Gassen von "Silent Hill" gerissen, um mitverfolgen zu müssen, wie geradezu "hilflos" Bean in der "realen" Welt auf der Suche nach seiner Frau über die Leinwand stolpert. Schlimm auch, dass dieser Handlungsstrang letztlich nichts zur eigentlichen Geschichte um das Mysterium "Silent Hill" beiträgt. Am Ende zeigt sich, dass Beans Suche völlig umsonst ist und es zumindest in diesem ersten "Silent Hill"-Movie kein Happy End mit Frau und Tochter gibt. Naja, vielleicht beim nächsten Mal!?
Ansonsten, wenn man den Focus nur auf die Handlung in der Stadt "Silent Hill" beschränkt, wird gute "Horror"-Kost mit zahlreichen netten Effekten geboten. Leider bleiben die Schauspieler etwas blaß, selbst Sean Bean kann wenig zu einer positiven Bewertung dieses Punktes beitragen - was aber auch zweifelsfrei an seinem schlecht geschriebenen Part liegt, der einfach nicht zum restlichen Film passen will. Die Kreaturen sind allesamt gut gemacht, manche sind wirklich fies, andere teilweise unfreiwillig komisch. Dennoch passen sie hervorragend in die düstere Atmosphäre des Films.
Letztlich erscheinen mir gute sieben Punkte als durchaus gerechtfertigt. Vielleicht hätte man noch mehr aus der Thematik herausholen können, womit eventuell auch eine bessere Bewertung möglich gewesen wäre. Aber für einen 16er Horrorstreifen, der es anhand seiner PC-Wurzeln ohnehin schwerer hat als andere + ähnliche Produktionen, ein durchaus ordentliches Ergebnis. Und wie gesagt - ich kenne die Spieleserie nicht, wodurch sich meine Enttäuschung natürlich in Grenzen hält. Solide und sehenswert.
Bizzy