Review

Von einem Film der von zwei Sex Szenen und einer 3 Sekunden Beinüberschlagsszene lebt, eine Fortsetzung zu drehen, grenzt schon an Wahnsinn.
Diese Fortsetzung auch noch 14 Jahre später und ohne Paul Verhoeven (als Regisseur), Joe Eszterhas (als Writer) und Michael Douglas (als Hauptdarsteller) zu machen, weckte bei mir (schon vor dem zweifelhaften „Filmgenuss“) den Gedanken, an eine Geldvernichtungsmaschine und einen sicheren Flop.

Und filmisch ist „Basic Instinct 2: Neues Spiel für Catherine Tramell“ sicher Einer.

Der Film, der schon kurz nach dem sensationellen Erfolg des Erstlings 1992 angedacht war, scheiterte immer wieder an diversen Problemen.

Zuerst stiegen Michael Douglas und Paul Verhoeven aus dem Projekt aus.
Dann war Sharon Stone sowohl mit Benjamin Bratt (zu jung) als auch mit Brad Pitt (zu schön) und einigen anderen namhaften Darstellern nicht einverstanden.
Darauf folgte ein Jahre langer gerichtlicher Streit und schließlich ein Sieg von Mrs. Stone.
Wäre der Film nicht gedreht worden, hätte sie eine große Summe als Entschädigung zugesprochen bekommen.
Den Produzenten erschien der Dreh des Films als kleineres Übel.

Auch das Drehbuch des Films wurde einige Male umgeschrieben und es wird behauptet, dass Paul Verhoeven nach dem Lesen der Endfassung kotzen musste.
Man kann es ihm fast nicht verübeln.

1992 geriet Catherine Tramell (Sharon Stone) in den Verdacht, einen grausamen Mord begangen zu haben.
Damals wickelte sie den ermittelnden Detective Nick Curren (Michael Douglas), der im zweiten Teil auch ab und zu namentlich genannt wird, unter Einsatz ihrer weiblichen Reize um den Finger.
Mittlerweile hat es die Schriftstellerin von San Francisco nach London verschlagen und hier wird sie erneut mit einem mysteriösen Todesfall in Verbindung gebracht.

Dieser wird jedoch schon zu Beginn von „Basic Instinct 2“ gezeigt und damit aufgeklärt.
Im Endeffekt hat die gesamte Story das Problem, dass sie zu durchsichtig, unspannend und mit keinem roten Faden ausgestattet ist.

Scotland Yard zieht den bekannten Kriminalpsychiater Dr. Andrew Glass (David Morrissey) zu Rate.
Er soll ein Profil von Catherine erstellen.
Doch Catherine bezirzt Dr. Glass mit ihrem provokanten Charme und bald findet sich der sonst so kühle und kontrollierte Arzt in einem Netz von Lügen und Intrigen und gerät selbst unter Mordverdacht.

Der Film erinnert mich stark an die Softerotikstreifen die im Kabelfernsehen so gegen 24 Uhr immer wieder über die Mattscheibe flimmern.
Keine Handlung, keine Spannung, keine wirklichen Sexszenen, eine scharfe Darstellerin, dümmliche männliche „Darsteller“ und eine Crimestory mit Hang zu unfreiwilligen Lachern.

Das alles passt auch bei Basic Instinct 2 wie die Faust aufs Auge.

Nur hat ein Erotikstreifen zwei entscheidende Vorteile:
Erstens weiß man als Konsument worauf man sich einlässt und zweitens bekommt man normalerweise Erotik serviert und keine an Lächerlichkeit grenzende „Fi**szenen“ alla Basic Instinkt 2.

Konnte der erste Teil noch mit einer halbwegs vernünftigen Story, (teilweise sogar recht prickelnder) Erotik und einigen bis dato im Mainstream noch nie gezeigten Szenen (Beinüberschlag, Sexszene) aufwarten, beschränkt man sich bei Teil zwei auf Sprüche wie „Ich war mit einer Arbeitskollegin zu Hause und hab es ihr von Hinten besorgt“ und drei Sexszenen in denen sich Dr. Glass scheinbar bis zu Sharon Stone hochfi***.
Keine Spur von Erotik.

Apropos Sharon Stone:

Das einzig erträgliche an „Basic Instinct 2“ ist Sharon Stone, die mit 48 Jahren (dank modernster Technik und zwei-drei falschen Körperteilen) immer noch so sexy wie vor Jahren aussieht.

Die Frau die seit „Basic Instinct“ nur mehr als Kassengift bekannt ist und seitdem (außer mit dem Ausrutscher in „Casino“) keinen vernünftigen Film mehr auf die Beine gestellt hat, wollte die Welt scheinbar noch einmal eines Besseren belehren.

Nur leider ist gut gemeint noch lange nicht gut gemacht.

Fazit:

Eine sinnlose Aneinanderreihung von Möchtegern Erotikszenen (die in ihrer Lieblosigkeit fast nicht mehr zu überbieten sind) und schlechte und wie in Trance agierende Darsteller, sind die tragenden Merkmale von Basic instinct 2.

Die Schauspielerriege wird von einem extrem farblos agierenden David Morrissey (aka Clive Owen für Arme), der sich durch diesen uninspirierten Film, der besonders öden Art plagt, wie ein Zombie durch ein Kaufhaus voll verschlossener Türen, angeführt.

(3 von 10; wobei alle drei Punkte auf Sharon Stones Sexappeal zurückzuführen sind)

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