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Catherine Tramell, Kriminalautorin, Verführerin, eventuelle Mörderin und vielleicht das Sexsymbol der 90er-Jahre, ist wieder da - und sie ist in jeder Beziehung alt geworden.

In der Filmgeschichte gibt es eine starke Tendenz dazu, dass Fortsetzungen meist nicht mehr auf dem Niveau ihrer Vorgänger rangieren können. Die qualitative Kluft allerdings, die zwischen "Basic Instinct" und "Basic Instinct 2" liegt, ist beinahe nicht mit irgendeinem anderweitigen Beispiel zu vergleichen. War der erste Teil noch ein raffinierter, edel gefilmter und durchweg mitreißender Klassiker des Erotik-Thrillers, stellt sich dem Zuschauer bei Teil zwei im Grunde nur eine Frage: Was soll der Mist?

Von der starken Kameraarbeit des Vorgängers ist hier nichts mehr zu spüren. In plumpen 08/15-Bildern serviert der Film eine Story, die vollkommen sinnfrei funktioniert und sich penetrant darum bemüht, durch vermeintlich provokante Dialoge, die bei genauerer Betrachtung einfach nur oberflächlich sind, etwas Ähnliches wie Atmosphäre aufzubauen. Es gibt eine Handvoll kurzer, unspektakulär inszenierter Sexszenen, die wirken, als seien sie lediglich als Referenz an den ersten Teil in den Film integriert worden. Hier gibt es keine Spur mehr von der hitzigen, sexuell aufgeladenen Stimmung des Vorgängers - nur einige Hollywood-Models, die über Sex reden. Dazu kommt, wie bereits erwähnt, eine drittklassige Geschichte, die den Mythos Catherine Tramell zu so etwas wie dem Norman Bates des neuen Jahrtausends aufzubauschen versucht, und durch die Bank verkrampfte Darsteller, die ihre vollkommen hohlen Dialoge hölzern vor sich hin rezitieren.

Eines muss man diesem ansonsten katastrophalen Streifen allerdings lassen: Die Musik überzeugt. Als einziges Element vermögen die Auswahl und der Einsatz der kühlen, gehetzt wirkenden Musik ein wenig Spannung in manche Szenen zu bringen. Doch das allein reicht leider nicht. Denn auch wenn zu dieser Musik und eigentlich ja auch zum Grundthema des Films das ebenfalls unterkühlt gestaltete Ausstattungsdesign passt, wirkt es in Kombination mit den miesen Darstellerleistungen und der langweiligen Story einfach nur unpersönlich und nimmt dem Film die letzte Chance auf eine erotische Atmosphäre.

Insgesamt betrachtet, wirkt "Basic Instinct 2" wie der verzweifelte Selbstbeweihräucherungsversuch einer Sharon Stone, die sich damit offenbar einreden will, sie habe sich seit 1992 nicht verändert. Dass das aber nicht der Fall ist, spürt der Zuschauer in jeder Einstellung. Fast zwei Stunden lang Sharon Stone zu sehen, wie sie in noch nicht einmal knappen Outfits versucht, verführerisch zu sein, ist einfach nicht genug für einen guten Film.

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