Zusatzinfos

von Il Gobbo

Schnittbericht (D mit NL)

1972 drehte Bob Clark (neben Romero und Craven einer der Wegbereiter des moderen amerikanischen Horrorfilmes) diesen richtungsweisenden Crossover, in dem neben einer der ersten kritischen Auseinandersetzung des Vietamtraumas auch eine interessante Variante des Vampier- bzw. Untotenmythoses abgehandelt wird. In Deutschland wurde der Film aber dermaßen verstümmelt, das nicht nur von Tom Savinis hervorragenden Effekten (eine seiner ersten Arbeiten!) kaum noch etwas vorhanden ist, sondern auch die intelligente und sozialkritische Story völlig unverständlich bleibt. So bleiben die Gründe von Andys Mordtaten ebenso im Dunkel wie die innere Zerissenheit seiner Figur, die in dieser Rumpffassung auf einen schablonenhaften Zombie reduziert wird.

Verglichen wurde mit der ungekürzten und wesentlich helleren holländischen Verleihfassung!

Zensurbedingt fielen folgende Einstellungen der Schere zum Opfer

Andy ist heimgekehrt und sitzt mit der Familie am Tisch. Die Anspannung wird schließlich durch Gelächter gelockert. In der OF sind noch weitere Einstellung der Lachenden vorhanden, darunter einige Nahaufnahmen.

( 24 Sek. )

Bevor die Leiche des LKW-Fahrers gefunden wird, spricht der Polizist in der NLF noch etwas länger ins Mikro

(1,5 Sek. )

Nachdem Andy den Arzt getötet hat und der nachfolgenden Einstellung des in einem Album blätternden Vaters fehlt: Andy entnimmt mit einer Spritze dem toten Arzt Blut, bindet sich den Arm ab und schießt sich wie ein Süchtiger das Blut in die Vene. In Zwischenschnitten ist Andys faltiges Gesicht zu sehen. Die abschließende, letzte Großaufnahme seines Gesichtes ist in der DF wieder enthalten, allerdings fehlen davon die ersten 3 Sekunden.

( 59 Sek. )

Im Autokino, Joanne sitzt mit Andy im Wagen. Es fehlt: Aus Andys Kopf läuft Blut und rinnt sein Gesicht hinunter, er wischt es ab, Joanne schaut entsetzt

( 15,5 Sek. )

Eine Großaufnahme von Andys Gesicht und ein Gegenschnitt auf Cathy

( 2 Sek. )

Nachdem Andy sich vom Stuhl erhebt, fehlt die Vorderansicht von ihm, als er zu seinen zurückweichenden Vater torkelt.

( 8 Sek. )

Andy wird von seiner Mutter gestützt, beide laufen den Flur entlang. Es fehlt das Ende dieser Einstellung, in der sein zerfallendes Gesicht deutlich zu sehen ist

( 3 Sek. )

Eine komplette Einstellung der beiden, die die Treppe hinuntergehen.

( 10 Sek. )

Die Polizisten sind am Haus angekommen, Andy und seine Mutter setzen sich ins Auto, danach fehlt: Andy sitzt im Wagen, ein Polizist kommt hinzu und schießt ihm in den Leib. Andy zerrt daraufhin den Cop durch das Seitenfenster, während seine Mutter losfährt. Nachdem der zweite Polizist ein Gewehr aus dem Wagen genommen hat, setzt die DF wieder ein

( 8,5 Sek. )

Nach dem Schuß durch die Heckscheibe fehlt: Der Wagen fährt weiter, eine nähere Seitenaufnahme von Andy, der den Cop würgt und ihn schließlich losläßt. Der Cop prallt gegen einen Baum und bleibt leblos liegen

( 10 Sek. )

Ein Polizeiwagen fährt an der Leiche des Cops vorbei, gefolgt von einer Einstellung eines zweiten Wagens

( 9,5 Sek. )

Die Flucht geht weiter, es fehlen einige Einstellungen der Verfolgungsjagd, eine Nahaufnahme von Andys Gesicht und zwei Einstellungen seiner Mutter

( 20 Sek. )

Nachdem der Wagen gegen das Friedhofstor geprallt ist, endet die deutsche Fassung abrupt und die Credits laufen ab! In der Originalfassung passiert folgendes: Die Mutter zieht Andy aus dem Wagen und fordert ihn auf, zu fliehen. Andy schleppt sich mit letzter Kraft über den Friedhof, stürzt und kriecht mit letzter Kraft zu einem ausgehobenen Grab. Er läßt sich hineinfallen und beginnt, Erde über sich zu schaufeln. Seine Mutter weint und fleht, Polizisten kommen hinzu und schließlich stirbt Andy. Der Blick fällt auf den Grabstein, in dem er Tage vorher seinen Namen hineinritzte. Dann fährt die Kamera langsam von der Szenerie weg und die Credits setzen ein.

( 132 Sek. )

Abschließend sei noch erwähnt, das beide Fassungen unterschiedliche Credits aufweisen, so das die deutsche Fassung hier insgesamt 22 Sekunden länger läuft. Das rührt durch 2 zusätzliche Einblendungen der Produktions- und Verleihfirma sowie eine anders geschnittene Pre-Title-Sequenz her. Außerdem sind in beiden Fassungen durch die obligatorischen Masterfehler hin und wieder einige Einzelbild-Verluste zu beklagen.

© 2001, Matthias Mathiak

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