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*** Spoilerwarnung ***


Andy Brooks, seines Zeichens US-Soldat in Vietnam, kehrt nach Hause zurück. Die Familie ist überrascht, galt er doch seit kurzem als vermisst. Umso größer die Freude in Andys Umfeld, doch bringt der Heimkehrer auch ein schreckliches Geheimnis mit.

Sieht man sich die Liste der Beteiligten an, sticht ein Name gleich ins Auge. Für das Make-up zuständig war hier nämlich Tom Savini, der es später durch Romeros „Dawn of the Dead“ und weiteren Filme zu Bekanntheit brachte. Die nicht zahlreichen Einsätze in „Dead of Night“ können sich durchaus sehen lassen, wobei es sich letztlich nicht um ein effektlastiges Werk handelt. Eher bekommt man ein Drama über das Auseinanderbrechen der Familie und dem unterschiedlichen Umgang der einzelnen Mitglieder mit der nicht greifbaren Anomalie, die sich weiter und weiter in den Alltag schleicht. Dass Andy (auch innerlich) schon tot ist kann auch auf die Veteranen generell übertragen werden. Und so wird es auch in der gelungenen Schlusssequenz von Andys Mutter formuliert – dass manche nie nach Hause kommen. So oder so.


Inszeniert ist das recht unaufgeregt, vielleicht sogar etwas zu sehr, arbeitet man letztlich doch nach Schema bestimmte Stationen ab, um einen für das Genre generischen Verlauf zu ermöglichen. Im Gegensatz dazu fahren die Charaktere, insbesondere die Eltern, immer wieder mal hoch, was auch mal unfreiwillig komisch anmutet. Die Kamera verbleibt dabei gerne nah an den Protagonisten, leider kommt es hier aus technischer Sicht immer wieder mal zu Patzern wie Unschärfen und die musikalische Untermalung bleibt da eher nicht in Erinnerung.

„Dead of Night“ ist ein inszenatorisch konventionelles Drama mit Horrortouch, welches zwar hinsichtlich der Charaktere nicht in die Tiefe geht, jedoch das, was es sagen will, durchaus vermitteln kann. Von dem geringen Budget, das man dem Film anmerkt, muss man sich nicht abschrecken lassen. Sieht man darüber hinweg und lässt einen Blick hinter die mitunter trashig anmutende Fassade zu, bekommt man immer noch ein nicht überragendes, aber okayes (Horror-)Drama mit Botschaft.

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