Nach „School of Rock" und seiner Rolle in „King Kong" hat man vom pfundigen Komödiant Jack Black lange nichts mehr gehört. Doch mit „Nacho Libre" - einer vom Kinder-Fernsehsender Nickelodeon produzierten Komödie - zementiert er sein Image der witzigen Wuchtbrumme als Mönch, der sich aufmacht, das wrestlen zu lernen.
Angeblich basierend auf einer wahren Begebenheit wird die Geschichte vom beleibten mexikanischen Mönch Ignacio (Jack Black) erzählt, welcher es satt hat, im Waisenhaus aufgrund ständigen Geldmangels andauernd nur ungenießbare Speisen kochen zu müssen. Seine große Leidenschaft ist das Wrestling. Und so schickt er sich an, mit seinem Freund Esqueleto (Héctor Jiménez) verkleidet unter dem Namen „Nacho" einige Kämpfe zu bestreiten. Doch die gehen verloren und bringen recht wenig Geld ein. Kann Ignacio trotzdem gegen den Champ Ramses (Cesar Gonzalez) antreten, das Herz der scharfen Ordensschwester Encarnación (Ana de la Reguera) gewinnen und seine weltlichen und deshalb verbotenen „Zweit-Job" erfolgreich verbergen?
Diese eher substanzlose denn gehaltvolle Story reicht aufgrund Blacks komödiantischen Talents durchaus über eine Laufzeit von knapp 90 Minuten aus, um den Zuschauer gut zu unterhalten. Wenn sich der ständig grimassierende Black in seine Kostüm-Strumpfhose zwängt, mit seinem Kumpel recht unkonventionell trainiert oder sich im Ring ausgiebig verprügeln lässt, dann bleibt kein Auge trocken. Letztere Szenen der Wrestling-Kämpfe sind bisweilen trotz situationskomischer Überhöhung sehr brutal geraten, weswegen man sich auch ob der zu simpel gestrickten Story fragen muss, für welche Zielgruppe „Nacho Libre" eigentlich gedreht wurde. Trotz vieler köstlicher Sequenzen, wie bei den Grins-Versuchen von Esqueletto, welche eher an die eines Pferdes erinnern - Héctor Jiménez ist die Entdeckung des Films! - trüben einige Klischees das Vergnügen. Natürlich bekommt Ignacio aufgrund seines Gewichts - man verzeihe mir diesen Ausdruck - sein Fett weg, Mexikaner scheinen den ganzen Tag Nachos mit allen möglichen Lebensmitteln zu kombinieren und eine lüsterne Dicke, die es auf einen der Helden abgesehen hat, durfte natürlich auch nicht fehlen. Diese Gags stören zwar den leichtfüßigen und unbeschwerten Spaß nicht weiter, sind aber mittlerweile genauso wie das obligatorische Happy End zur Konvention geworden. Neben Black und Jiménez hat Peter Stormare („Fargo", „8 MM") eine fast schon lächerlich kurze Nebenrolle als Kampf-Guru.
Fazit: Kurzweiliger, sympathischer und vordergründiger Spaß für das eher jüngere Publikum. „Nacho Libre" wäre aufgrund der inhaltlichen Beliebigkeit ohne Jack Black, der mit humoristischer Inbrunst die Rolle wrestlenden Mönchs ausfüllt, nicht möglich gewesen. Ein heiterer, äußerst witziger, aber weitgehend anspruchsloser Film ohne wirkliche Botschaft.