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Der Horrorfilm Witchcraft (deutscher Titel: Hexenbrut) von Rob Spera markiert den Beginn der bis heute anhaltenden Witchcraft-Reihe. Trotz seiner Rolle als Auftaktfilm bleibt er jedoch ein eher schwacher Vertreter des Genres.

Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar Stockton, das nach der Geburt ihres ersten Kindes mit in das Haus der Mutter von John einzieht. Kurz darauf häufen sich unheimliche Ereignisse: seltsame Nachbarn, merkwürdige Visionen und Hinweise auf einen alten Hexenzirkel, der offenbar mit dem Haus und der Familiengeschichte verbunden ist. Während Grace zunehmend von Albträumen und düsteren Vorahnungen geplagt wird, verdichten sich die Hinweise, dass das Kind Teil eines finsteren Rituals werden soll.

Mit seinem Thema erinnert der Film stark an Rosemary‘s Baby, nur dass das Baby schon auf der Welt ist. Die Atmosphäre oder Spannung von Polanskis Meisterwerk wird hierbei jedoch zu keiner Zeit erreicht. Statt subtilen Horrors bekommt man hier einen billigen Versuch einer Neuauflage serviert. Die Inszenierung wirkt oft wie typische US-Massenware – stellenweise eher wie eine Telenovela mit gelegentlichen Bluteinlagen als wie ein ernstzunehmender Horrorfilm.

Die Darsteller wirken durchgehend blass und liefern größtenteils hölzerne Leistungen ab, wodurch kaum emotionale Bindung zu den Figuren entsteht. Was zum Teil auch an der schlechten deutschen Synchronfassung liegt. Der Handlungsverlauf zieht sich unnötig in die Länge und wirkt insgesamt sehr vorhersehbar. Dazu kommen spürbar niedrige Produktionswerte: Die Effekte sind billig, die wenigen Horrorelemente wirken halbherzig und selten wirklich unheimlich. Ganz abgesehen vom nervenden Score.

So bleibt Hexenbrut vor allem als kurioser Auftakt einer Reihe in Erinnerung, die bis heute zahlreiche Fortsetzungen hervorbrachte. Als eigenständiger Film bietet er jedoch wenig Spannung, schwache Darstellerleistungen und eine insgesamt eher langweilige Umsetzung.

Ein zäher Horrorfilm mit billiger Machart und kaum Atmosphäre – höchstens für Komplettisten der Reihe interessant.

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