Review

„Awaken The Dead“, „Days Of Darkness“, „Day Of The Dead 2008“, „Zombie Wars“, “Day X”, “Army Of The Dead”, “Zombie Town” und “Infestation”. Nur eine Handvoll Zombie Filme die ich in den letzten Monaten gesehen habe. Einige waren ganz gut, andere eher schlecht. Aber eins kann ich jetzt nach der Sichtung von „Automaton Transfusion“ sagen: Ich habe die Schnauze voll von Zombie Filmen. Und das obwohl ich dieses Genre wirklich gerne sehe. Aber irgendwann ist es wirklich genug. Zu viele Ähnlichkeiten und zu wenige Variationen gibt es mittlerweile in diesem Genre. Vor allem stört mich das heutzutage die Zombies irgendwie anderes definiert werden. Heute sind es meist infizierte Menschen die abgehen wie Schmitz Katze. Vorbei die Zeiten der wirklichen Untoten die Verwest aus den Gräbern steigen und damit auch vorbei die Zeit der netten Make Up Effekte(heute reicht es einfach etwas Blut in den Gesichtern zu verschmieren). Nichts gegen die schnellen Zombies(das „Dawn Of The Dead“ Remake zählt noch immer zu meinen Highlights), aber warum keine vereinzelte Rückkehr zu alten Gepflogenheiten?

Diese findet man auch nicht in dem auf Festivals und US Fanseiten gefeierten „Automaton Transfusion“. Warum gerade dieser als einer der besten Zombiefilme der letzten Dekaden hochgejubelt wird (obwohl das dauernd vorkommt)kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich, Steven C. Miller und sein Team haben einen sehr flotten, Actionreichen und teils hektischen Low Budget Zombiefilm abgeliefert. Und auch wenn einige Szenen für das kleine Geld wahrlich prima eingefangen wurden(der Angriff auf der Straße in der Stadt), bekommt man auch nichts anderes geboten wie in den anderen Streifen der letzten Jahre(vor allem sollte man nicht auf Logik achten...). Klar, man merkt den Machern die Liebe zum Zombiefilm an: Es gibt Fress- und Ausweidungsszenen, viele Bisse und etliches gesplatter und vor allem scheint Miller ein gutes Gespür für Atmosphäre zu haben, aber letztendlich ist der Film nur eine weitere Nonstop Hetzjagd. Die Hauptcharaktere sind flach und wäre dies eine große Kinoproduktion, würde der Film schon dafür abgewatscht werden. Aber als Independentproduktion scheint es Ok zu sein, obwohl gerade hier mehr Möglichkeiten liegen sollten. Die anderen Nebenpersonen sind noch durchsichtiger und werden vereinzelt nur in die Handlung geworfen um für wiederkehrende Gesichter zu sorgen, die dann schnell getötet werden können.

Vielleicht bin ich auch durch den hohen Zombiekonsum der letzten Zeit zu kritisch, denn eigentlich geht der Film nach einem schleppenden Beginn zügig zur Tat und zieht die Action dann auch konsequent bis zum Finale durch. Erst kurz vor Schluss werden dann einige Fragen beantwortet, die aber auch nicht besonders einfallsreich sind. Das extreme offene Ende nach bereits 70 Minuten stößt dann noch zusätzlich unangenehm auf. Mitten in einer Szene abzubrechen und „To be continued“ einzublenden ist schon fast frech, auch wenn der Film als Mehrteiler geplant ist. Doch obwohl bereits 2005/2006 abgedreht, steht eine Fortsetzung noch in den Sternen. Vor allem auch weil Steven C. Miller als nächstes die Comicverfilmung „Area 52“ Händeln will.

Dafür muss man, wie oben schon erwähnt, dem Team Respekt zollen. Die vielen Blutigen Effekte(die beste Szene für mich wie einer Frau der Unterkiefer herausgerissen wird) und die apokalyptische Stimmung, sowie die etlichen Statisten sind für das kleine Budget überzeugend eingefangen wurden. Hier sammelt der Film unter dem ausführenden Produzenten Kurt Anderson(in den 90ern verantwortlich für einige sehr gute B-Actioner wie „Martial Outlaw“ und „Martial Law 2“ und im Jahr 2007 Produzent vom ähnlich vernünftig abschneidenden „Days Of Darkness“) wirklich Pluspunkte. Vor allem wenn man den Vergleich mit ähnlich budgetierten Filmen zieht.

Fazit:

Ohne Frage. Für Horrorfans ist „Automaton Transfusion“ ein sicherer Tipp. Viel Action und Blut in modischer und verwackelter Kameraführung, sowie einigermaßen agierende jugendliche Darsteller, ordentliche Atmosphäre und einen guten Score, lassen den Streifen besser abschneiden als etliche andere Zombieschinken in letzter Zeit. Dennoch brauch man weder irgendwelche Innovationen noch etwas Außergewöhnliches erwarten. Ich kann wie gesagt die eher mutierten als toten Menschen, nicht mehr sehen und das hat vielleicht auch den Fun, den man hier haben kann, etwas gemildert. Nichts desto trotz sollte man ein Auge auf Steven C. Miller werfen und vor allem hoffen das er tatsächlich noch mindestens eine Fortsetzung hinterherschickt, weil sonst wirkt das ganze doch etwas unfertig und damit nicht voll zufrieden stellend.

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