Review

Unter anderen Umständen würde dieser Streifen von nur 75 Minuten eventuell auf 90 Minuten kommen. Nicht aber die FSK ist schuld, sondern die Art und Weise, wie Kamera und Schnitt arbeiten, - das Ganze wirkt wie ein Zombiestreifen in doppelter Geschwindigkeit abgespult: Hektisch, unruhig und rastlos.
Das mag für reine Splatterfreunde entgegenkommend wirken, für Liebhaber ausgefallener Ideen ist dies jedoch eher eine Nullnummer.

Allein storytechnisch steht nichts weiter auf dem Plan, als dass vier Teens auf der Flucht vor wilden Untoten sind und sich dabei von einem Schauplatz zum nächsten durchkämpfen, bis offenbar das Budget ausging und man ein völlig abruptes Ende setzt.

Wirkliche Langeweile kann man dem Geschehen noch nicht einmal unterstellen, denn es geht sofort mit einem Untoten im Leichenschauhaus los, dem nächsten in der Schule und einem weiteren im Elternhaus eines Schülers. Schnell haben sich drei Freunde für eine Party eingefunden zu der sie erst gar nicht gelangen, sich aber immerhin Gedanken machen, warum innerhalb der Rush Hour für 45 Minuten kein einziges Fahrzeug zu sehen ist.

Erklärungen für das Treiben der zahlreichen Untoten, die wieselflink auf den Beinen sind und über unmenschliche Kräfte verfügen, gibt es bis in den letzten Minuten nicht und so wiederholt sich die Szenerie, wenn man sich verschanzt, bewaffnet, dagegen hält und immer mal wieder versucht, ein Fahrzeug oder ein Gebäude zu erreichen, - stets im Wechsel.
Leider wird man mit den Helden kaum warm, noch zeichnet die eine besondere Fähigkeit oder ein markantes Merkmal aus.
Hölzerne Gesichter auf der Flucht vorm Mob.

Innerhalb der Zombieaction kann man sich zwar keineswegs über mangelnde Gewaltdarstellungen beklagen, da von verschiedenen Bissen, Kopfschüssen und abgetrennten Gliedmaßen eine Menge vorhanden ist, doch innerhalb jener Szenen herrscht meistens ein visuelles Chaos, beruhend auf einer Wackelkamera, schnellen Zooms und noch schnelleren Schnitten, was zu einem unüberschaubaren Durcheinander gerät und nach einiger Zeit an den Sehnerven zerrt.
Immerhin können sich die Effekte als auch das Make Up sehen lassen.

Was der Sache insgesamt fehlt, sind eigenständige Merkmale, die diesen Film innerhalb der großen Masse artverwandter Beiträge abheben. Kein Augenzwinkern, keine Auflockerung, dazu die typischen Metal-Klänge viertklassiger Bands und storytechnisch nicht eine glänzende Idee, geschweige denn, ein Abweichen sattsam bekannter Klischees, einschließlich der Erklärung von Experimenten der Regierung.
Komplett austauschbarer Stoff.

Das Vorhandensein zahlreicher Splattereffekte und der rasche Ablauf ohne nennenswerte Verschnaufpause führt letztlich zu einem annähernd passablen Unterhaltungswert, doch lange wird einem das Treiben nicht in Erinnerung bleiben, da hier nichts zu sehen ist, was an anderer Stelle nicht schon als zigfache Kopie einer Idee durchgegangen wäre.
Stellenweise ganz okay in Szene gesetzt, aber schlicht zu einfallslos, um als Empfehlung für Genre-Freaks durchzugehen.
4 von 10

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