Dr. Seuss schuf mit seiner Geschichte des Grinches ein Weihnachtsmärchen, was nahezu jeder Amerikaner schon einmal gehört hat. Die Geschichte um den grünen bärtigen "Teufel", der einem weihnachtsliebenden Dorf namens "Who Ville" das Weihnachtsfest stielt, gehört zur amerikanischen Weihnacht, wie der Puderzucker auf den Christstollen! Logisch, dass es Hollywood sich nicht nehmen lies, dieses geldbringende X-Mas-Märchen zu verfilmen. Nach einer Zeichentrickverfilmung, brachte Ron Howard nun im Jahre 2000, eine gewaltige, Quietschbunte, zuckersüße und unheimlich witzige Realverfilmung in die Kinos, die mehr als schmeckt!
"Der Grinch" ist ein wunderschönes Weihnachtsmärchen, das hier in ein ebenso wundervolles Drehbuch umgesetzt wurde. Detailverliebt, ist so ziemlich alles vorhanden, was den typischen US-X-Mas-Film ausmacht. Alles ist knallbunt und voller Herzblut inszeniert worden.
Dabei hat man aber bewusst so derartig übertrieben, dass es fast schon als Satire durchgehen kann. Und das ist auch so gewollt! Denn neben all dem Spaß den der Film macht, möchte man vor allem den üblichen Weihnachtskaufrausch und die teils viel zu übertriebenen Schmückereien, vor allem in Amerika, anprangern. Denn die Botschaft des Märchens lautet ja schließlich, den wahren Grund von Weihnachten zu entdecken und das Geschenke und bunte Lichter nicht unbedingt dazu gehören.
Hauptsächlich geht es aber natürlich um den Hauptdarsteller, der hier eine seiner besten Performances seiner Karriere überhaupt bringt: Jim Carrey. In der Rolle des bösen Grinchs kann er sich so richtig schön austoben und den Film mit seinem typisch albernen und grimassenhaften Humor füllen. Und das ist ihm auch mehr als gelungen. Wenn man den Film allein an Carrey messen würde, dürfte der Film locker die volle Punktzahl erhalten! Das ist sicher, auch wenn man Carrey unter seinem Kostüm ja eigentlich kaum erkennt!
Des weiteren sind auch die tollen Masken, Frisuren und Kostüme der Whos und des Grinchs mehr als gelungen. Die "Schnuten" der Who-Darsteller und die scheußlich grüne Maske von Carrey sehen einfach köstlich aus und überzeugen. Genauso wie die Musik und der tolle Titelsong von Faith Hill!
Wovon man höchstens etwas Bauschmerzen kriegen könnte, ist die etwas arg dicke aufgetragene Moral. Sicherlich gehört eine gute Moral in jeden Weihnachtsfilm, aber diese hier haben wir doch wirklich schon 1000 mal gehört. Wir wissen doch schon lange, dass Weihnachten das Fest der Liebe und der Familie ist und nicht das der Geschenke! Aber Dr. Seuss wollte das damals halt so und Ron Howard passte das sicherlich auch ganz gut in den Kram und trägt eine dicke Schicht Moral über das sonst so leckere Filmbrot! Aber na ja, man kanns verdauen!
Fazit: Quietschbunt, glitzernd, zuckersüß und Megawitzig! Hauptdarsteller Jim Carrey liefert in einem wirklich schönen Weihnachtsmärchen eine glänzende Darstellerleistung ab und kann über einige moralische Fettschichten locker hinweg sehen lassen. Ein buntes Weihnachtsspektakel für die ganze Familie und ein typischer Carrey-Film für all seine Fans!
Wertung: 8/10