Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff „Kult“ mittlerweile für fast jede drittklassige Erscheinung verwendet. Besonders im Filmbereich werden immer häufiger Trashfilme, etwa wie die von Troma, als kultig eingestuft.
Eher kultisch geht es demgegenüber in Joe Knees Streifen zu, der noch nicht so mies ist, als dass er das Zeug zum Kultfilm hätte, - er ist einfach nur langweilig.
Der hier betriebene Kult beruht auf der Legende einer Chinesin, dessen letztes Gebet und ein sagenumwobenes Amulett ungeheure Kräfte freisetzen sollen.
Das will sich Sektenheini Quinlin zu Eigen machen, indem er ein Ritual mit mehreren Frauen einleitet. Doch das Ritual geht schief, weil sich eine nicht seinem Willen beugen will, so dass es zum Massaker kommt. Zwanzig Jahre später will eine Studentengruppe um Mindy (Rachel Miner) die Geheimnisse von damals klären, doch durch ein Unglück wird der Geist Quinlins heraufbeschworen, der nun sein Ritual fortführen will.
Auf logische Zusammenhänge sollte man hier von Beginn an nicht pochen, denn da passt kaum etwas zusammen oder ergibt im Kontext einfach keinen Sinn.
Da sind also vier Studenten mit Recherchen beschäftigt, man sieht in einem antiken Buch die Zeichnung einer Frau, dessen Erscheinung der einer Studentin gleicht, - kurz darauf ist diese tot. Und bald darauf folgen weitere Opfer, die, wie die Chinesin von damals, mit Messerstichen in Augen und Bauch erlegt werden. Dazu kommen das grün leuchtende Amulett, das die potentiellen Opfer nicht mehr loswerden und der Guru von einst, der mit lächerlich animierten Kraftfeldern umherwandert.
Dass Hauptfigur Mindy die Tochter der damaligen Ritual-Querulantin ist, wird umgehend deutlich, nur nicht, warum sie deshalb mit leicht übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet ist.
Und auch nicht, wer das einstige Ritual mitgefilmt hat, um ihr nun das Tape zukommen zu lassen, damit Mindy hinter ein Geheimnis kommt.
Richtig doof, weil komplett hanebüchen, ist dann der Gang der vier Forschenden in den Ritualtempel, den ein selbsternannter Mönch bewacht. Frage ist nur: Wofür, denn seit dem Massaker besteht da wohl kaum noch Handlungsbedarf.
Bezeichnend für diese Passage ist ein Wortwechsel zwischen Mönch und Mindy:
„Warum sucht ihr Antworten auf eure Fragen?“ – „Um die Wahrheit herauszufinden.“
Ja klar, je grüner desto Frosch.
So quält man sich zu 95 % durch ein lahmes Geschehen zwischen Nachblättern in Büchern und wirkungslosen Gesprächen mit der Lehrerin und findet dabei noch nicht einmal einen Sympathieträger. Denn Hauptdarstellerin Rachel Miner agiert hier, im Gegensatz zum Auftritt in „Penny Dreadful“ absolut lausig, von den übrigen mal ganz zu schweigen, was die grauenvolle Synchro umso mehr unterstreicht.
Zwar läuft das Geschehen während der letzten Minuten etwas zügiger ab, doch spannend gestaltet sich das nicht sonderlich, zumal man das Ende ohnehin längst erahnt hat.
Und da muss man sich folglich allen Ernstes die Frage stellen, welches Ziel der Sekten-Eumel mit seinen Aktionen überhaupt verfolgt hat, - so ganz übersichtlich war sein Plan zumindest nicht.
Quintessenz: Ein lahmer Streifen über einen teilweise recht undurchschaubaren Kult ohne Atmosphäre, dafür aber mit dilettantischer CGI und unglaubwürdigen, recht blutleeren Gewaltszenen. Dazu gesellen sich schwache bis peinliche Darsteller, die dem Geschehen null Gefühl verleihen.
Um beim „Kult“ zu bleiben: Dann doch lieber Troma…
2,5 von 10