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Bevor Renny Harlin (Stirb langsam 2) den Flop "Driven" inszinierte und danach mit "Mindhunters" wieder genesen war, lieferte der Regisseur mit "Deep Blue Sea" einen rasanten Hai-Actioner der Superlative ab. Denn hier helfen geistreiche (!) Wissenschaftler der Natur mittels Gen-Technik nach, um Resultate zu bekommen. Das so was nicht gut gehen kann, wissen wir spätestens seit "Jurassic Park" und "Alien - Die Wiedergeburt".

Die Forscherin Dr. Susan McAlester (Saffron Burrows) experimentiert auf einer im Ozean gelegenen Marinebasis mit Mako-Haien. Sie will aus der Gehirnmasse der Tiere ein Mittel gegen Alzheimer herstellen. Dazu hat sie die DNA der Tiere verändert - mit bösen Folgen: Die Haie sind größer, angriffslustiger und intelligenter geworden. Bei einem Experiment kommt es darauf zur Katastrophe: Die Haie können entkommen! Obendrein bewegt sich ein Orkan auf die Station zu. Inmitten den Sturms kämpft das von Unterwasser-Experte Carter Blake (Thomas Jane) angeführte Team gegen die hochgepuschten Monsterhaie...

Der 1999 noch wenig bekannte Thomas Jane (The Punisher) mimt den Helden des Streifens, auch wenn Kinoplakate damals Saffron Burrows (Troja) als Heldenfigur vermuten ließen. So agiert Jane hier als charismatischer Unterwasser-Experte mit krimineller Vergangenheit. Burrows hingegen ist als arrogante Wissens-Zicke zu sehen, die einem während des Filmverlaufs aber immer sympatischer wird. Ohnehin sympatisch wirkt Rapper LL Cool J (Mindhunters) als farbiger Koch. Im Gegensatz zu so untalentierten Kollegen wie Redman (Chucky's Baby) oder Ja Rule (Assault on Precinct 13) nervt LL Cool J jedoch nicht. Michael Rapaport (True Romance) darf mal wieder nur des Helden bester Kumpel spielen, was er inzwischen wohl schon im Schlaf beherrscht. Ein wenig unterfordert kommt Samuel L. Jackson (S.W.A.T.) daher, der wohl nur mitspielte, weil er Harlin nach seiner Teilnahme bei "Tödliche Weihnachten" noch einen Gefallen schuldig war. Zum Schluß ist dann da noch Stellan Skarsgard (King Arthur) als erstes Hai-Opfer.

Mögen die Absichten zur Heilung von Alzheimer noch gut sein, so bewahrheitet sich hier dennoch das Sprichwort "Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert". Bei der Dezimierung der potentielen Opfer gehen die Haie recht brutal vor. Da wird einem schonmal der Arm abgerissen, oder ein anderes Opfer zweigeteilt. Hier lassen die Makos Kollege "Bruce" mächtig alt aussehen. Auch optisch machen die lokalen Haie wesentlich mehr her als Spielbergs Fisch, auch wenn dieser die Spannung auf seiner Seite hat. Ironischerweise werden dann die Haie auf die gleiche Weise wie ihre Freunde in den Filmen "Der Weiße Hai 1 - 3" kalt gemacht. Hai #1 wird nämlich von LL Cool J mittels komprimiertem Gas zerfetzt, während Hai #2 durch Burrows per Starkstromkabel geröstet wird. Der letzte Hai darf dann mit Sprengstoff in die Luft gejagt werden. Unterstützt werden die Haie dann von guter Musikuntermalung und teilweise unheimlichen Unterwasser-Locations. Die Spannung wird dadurch gemindert, dass der Film im Prinzip nach altbekanntem Schema verläuft, und so nur wenige Überraschungen überzeugen können. Was "Deep Blue Sea" an Spannung fehlt, kann er aber durch hervorragend animierte Haie und Action wieder ausgleichen. Ein wenig Spannung behält der Streifen dennoch dadurch, dass man halt nie genau weiß, wer als nächstes von den Darstellern weggeknuspert wird. Hätte man große Namen wie Bruce Willis, Sylvester Stallone oder Nicolas Cage verpflichtet, wüsste man schon zu Filmbeginn wer hier auf jeden Fall überlebt. Doch bei diesem Cast kann man sich halt nie genau sicher sein. Natürlich ist auch Logik hier nicht gerade groß angesagt, doch das hat mich bei Renny Harlins Filmen noch nie wirklich gestört. Lediglich bei "Driven" ließ der Mann aus Finnland die Logik wirklich derbe stiften gehen.

Wem schon die "Der Weiße Hai"-Filme und "Jurassic Park" gefielen, der wird an "Deep Blue Sea" seine Freude haben. Für jene mit schwachen Nerven, Wasserangst oder zu hohen Ansprüchen wird der Film wohl eher nichts sein. Denn "Deep Blue Sea" ist ein zuweilen etwas primitiver Unterwasser-Schocker der Extraklasse, der einfach nur unterhalten und keineswegs als ernsthafter Beitrag für den Bio-Unterricht herhalten will!

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