In der abgelegenen Unterwasser-Forschungsstation „Aquatica“ arbeitet ein Team um Dr. Susan McAlester an einem Heilmittel gegen Alzheimer. Dazu forscht man an den Hirnzellen von Makohaien herum, was die possierlichen Tierchen nicht nur intelligenter, sondern auch gefährlicher macht. Ein aufziehender Sturm und das dadurch ausbrechende Chaos sind dann nur die erwartbare Konsequenz aus dem Krawallfilm-Baukasten rund um die Jahrtausendwende.
Dieser beinhaltet auch die übliche Einführung der Charaktere, man lernt alle ein bisschen kennen und wird mit der Ausgangssituation vertraut gemacht. Viel Zeit verplempert „Deep Blue Sea" nicht, bald schon legt der Sturm die Anlage lahm, es kracht und flutet an allen Ecken und Enden.
Inszeniert von Renny Harlin kennt das nasse Abenteuer in der demolierten Station dann kaum noch Pausen und schickt die jeweils noch Überlebenden von einer Gefahrensituation in die nächste. Dazwischen wird immer artig erklärt, was gerade los ist oder was man vorhat. Und das sollte man tunlichst nicht hinterfragen, denn damit nimmt man sich den Großteil des Spaßes. "Deep Blue Sea" darf man nicht ernst nehmen, dazu ist er zu doof, auf diesem Level aber durchaus kompetent. Ein reiner Kirmes-Film und als solcher überaus kurzweilig.
Die Dialoge sind oftmals dämlich, von der aufgesetzten Coolness der Charaktere bis zum Heranziehen von Einstein reicht die Spanne. Aber selbst das trägt in diesem Szenario noch zum Unterhaltungswert bei, denn Harlin prügelt seine Figuren mit einem Tempo durch dieses Abenteuer, dass man kaum genug Zeit hat, um das ausreichend bekloppt zu finden. Und das ist letztlich die Stärke von "Deep Blue Sea". Dass er als Film das liefert, was er kann. Und das ist nun einmal wenig Anspruch oder Realismus, dafür aber ansehnliche Sets, viel Nass und effektreiche Abschnitte. Die visuellen FX variieren sichtlich in ihrer Qualität, auch die Haie selbst haben ziemlichen Seegang. Für die Tiere interessiert sich der Streifen eh nicht wirklich, dafür aber für die Monster. In schöner Regelmäßigkeit tauchen die Killer-Knorpelfische auf und randalieren oder dezimieren die Menschenschar. Und zwar immer dann und dort, wo es gerade gebraucht wird. Auch das sollte man nicht weiter hinterfragen, erzählerisch ist der Streifen sowieso nicht ernsthaft greifbar. Als Geisterbahn dafür schon.
Diese besteht aus ein paar bekannten Gesichtern, mit Thomas Jane, Saffron Burrows, Samuel L. Jackson, Michael Rappaport, Stellan Skarsgard oder LL Cool J ist der Streifen halbwegs prominent besetzt. Der Cast gibt sich launig, wenn des Kochs religiöses Geschwafel auch mit zunehmender Spielzeit anstrengend wird. Aber er hat ja auch einen Vogel. Letztlich sind die Figuren dem Film merklich egal, sie bleiben Abziehbilder.
„Take me back to the ghetto!“
Renny Harlins haitere Sause lebt von Ihrer Kurzweil, nicht von der Logik. Arrangiert man sich damit, kann man mit „Deep Blue Sea“ durchaus eine unterhaltsame Zeit haben. Ein paar bekannte Gesichter, eine temporeiche wenn auch eher überraschungsarme Inszenierung und wechselhafte Effekte bieten unterm Strich einen schön doofen Krawall, der unter diesen Bedingungen aber schon Spaß macht.