Nachdem mich die letzten Jahre fast alle Filme aus der Tromaschmiede eher enttäuschten und ich “Terror Firmer „ leider nur in der unsäglichen deutschen Verleihfassung begutachten konnte, spielten mir gutmütige Menschen eine US - DVD mit diesem Film in seiner ungeschnittenen Version zu. Dafür sei ihnen gedankt, denn anders hätte ich mir diesen irren Film nie angetan.
Und oh Wunder, „Poultrygeist“ entpuppte sich als das Beste was das Tromafließband verlassen hat seit mindestens „Toxic Avenger“, „Club War“ und „Class of Nuke em High“. Der Film ist ein wahres Feuerwerk an schrägen Einfällen und was das beste ist, er ist ein gutes Kontrastück gegenüber all den nur auf sinnlose Gewalt gemünzten Terrorfilmchen der letzten Jahre, die mich einfach nur noch nerven. Ja, dieser Film ist das, was mein Herz als Freund des trashig – schrägen Splatterfilms höher schlagen lässt. Vollgepackt mit kruden Ideen, Humor und übertriebenen Blutfontainen, ist „Poultrygeist“ so etwas wie ein ICE unter der Trashfilmen, nicht nur der letzten Jahre, sondern ganz allgemein.
Sicher, die Effekte sind selten vollkommen, sollen sie aber auch nicht. Sicher, die Darsteller sind typische Tromagurken, aber genauso will ich das sehen. Sicher, die Musik- und Gesangseinlagen könnten einige Zuschauer verschrecken, aber was soll`s, ich fand alle Liedchen spitze und vor allem auch textlich zum brüllen komisch. Und sicherlich kann man auch diesem Tromafilm die üblichen bösartigen Vorwürfe von Sexismus über Rassismus bis hin zu Homphobie und so weiter machen. Aber Troma darf das, denn Kaufmann und Herz haben wieder alles richtig gemacht und sämtliche Elemente so überspitzt dargestellt, dass die dahinter verborgene Satire den Zuschauer schon förmlich in den Allerwertesten beißt. Hier wird voll zugelangt, immer mitten rein in das patriotische Herz Amerikas. Und wenn man dieses Herz schon mal in der Hand hält, kann man auch gleich noch einmal so richtig drauf treten, damit das Blut auch ja alle umherwusselnden Protagonisten besudelt.
Bei all diesem leckeren, fiesen, minimalistischem bis großkotzigem Verteilen und Austeilen von Kritik, fragt sicher der eine oder andere aber sicher, was dieser Film denn sonst noch zu bieten hat.
Viel! Die Story ist brillant dämlich, was hier durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Denn lang ist es her, dass ich so etwas abgefahrenes gesehen habe. Den Namen des Films, welcher sich hier als Vergleich aufdrängt, kann sich jeder denken, deshalb bleibt er ungenannt, da ein direkter Vergleich auch kaum möglich ist. Als Referenzwerk aber durchaus tauglich.
Die gebotenen Masken sind liebevoll gestaltet und lassen die wie zuletzt in den drei „Toxic Avenger“ - Filmen gebotenen billigen und schlecht sitzenden PVC – Gesichtsbezüge schnell vergessen. Und auch wenn so manches Minimonster nach Handpuppe und Latex aussieht, dann ist das nicht nur gewollt, sondern stets dem Film dienlich in Szene gesetzt. Fast alle Gags des Films zünden, zumindest in der OF. Zur deutschen Synchro kann ich nichts sagen, und werde mir das sicher auch sparen anzusehen. Dazu kommt das gute Tempo des Films, welches keine Langeweile aufkommen lässt. Längen gibt es im Film kaum, und alle Dialoge sind brillant geschrieben.
Mehr gibt es nicht mehr zu sagen.
Fazit: Ein Meisterwerk!
Humor ist, wenn man trotzdem lacht!