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In Tromaville eröffnet das Fast-Food-Restaurant "Sloppy Joe" und bringt halbgare Hähnchenschenkel und fetttriefende Frittierware unters Volk. Doch es gibt ein Problem: der Chicken Bunker wurde auf einem alten Indianerfriedhof erbaut. Die Seelen der toten Ureinwohner schlüpfen in die Chicken Wings und rächen sich auf gar furchtbare Weise. Erst werden die Kunden von explosionsartigem Durchfall und fontänenhafter Kotzerei geplagt. Dann verwandelt sich die Kundschaft in wütende Werhuhnmenschen. In hungrige Hühnerzombies, hungrig auf Menschenfleisch...

"The Chicken! The Chicken Come Back From The Dead!"

Nachdem sich das New Yorker Trash-Label Troma nach TERROR FIRMER, CITIZEN TOXIE und TALES FROM THE CRAPPER zu neuen Hochflügen aufgeschwungen hatte, legte Regisseur Llyod Kaufman tüchtig nach. So ist POULTRYGEIST eine anarchische Horrorkomödie voller Splatter, Titten und Quark. Ein Hänfling in der Heldenrolle. Seine Freundin geht mit einer lesbischen Veganerin fremd. Der schwule mexikanische Gastarbeiter endet als sprechender Hamburger. Ein Angestellter verliebt sich in ein gefrorenes Hähnchen. Der Film ist grober Unfug und genau aus diesem Grund enorm geil. Aber mehr noch: NIGHT OF THE CHICKEN DEAD präsentiert sich als zünftiges Splatter-Musical im Stile von CANNIBAL! THE MUSICAL und NUDIST COLONY OF THE DEAD.
Die Gore-FX sind erste Sahne. Eine Fleischwolf-Zerhäckselung. Eine rektale Ausweidung. Es werden Hoden frittiert, Augäpfel ausgepickt und Köpfe geknackt wie Straußeneier. Das Penismonster aus TROMEO & JULIA hat so etwas wie einen Gastauftritt. Das Highlight jedoch: Death by Durchfall. Der splatterlastige Showdown lässt dann tatsächlich Erinnerungen an BRAINDEAD wach werden.

"Eat My Meat, You Vegan Whores!"

So hat sich Troma, das Aushängeschild für Lo-Fi und B-Ware, still und heimlich zum Nummer-1-Garant für Blutstau und Splatterspaß gemausert. Völlig übertrieben, politisch unkorrekt bis zum Anschlag, "Overacting: Level 1000" und mehr Bad Taste als ein Normalsterblicher ertragen kann. Schön dass das Universum um Tromaville neben der Highschool (NUKE EM HIGH) und dem Fitnessstudio (TOXIC AVENGER) nun um ein Fast-Food-Restaurant erweitert wurde.
In Nebenrollen untergebracht sind Porno-Ikone Ron Jeremy (DER BLUTIGE PFAD GOTTES, ORGAZMO) und der leider kürzlich von uns gegangene 500-Pfund-Fettsack Joe Fleishaker (SGT. KABUKIMAN, TROMA'S WAR). Ein Charakter, der mit soviel Selbstironie zu Werke ging, verdient nicht nur vollste Sympathie, sondern auch, dass man ihm das Schlusswort in Form folgenden Zitats widmet:

"It doesn't cost a million dollars to make someone laugh, and you don't have to be famous to have talent."

Danke Mr. Fleishaker! Danke Troma! Danke für den Beweis, dass Dünnpfiffexplosionen und rektale Ausweidungen mit begleitenden Furzgeräuschen wirklich witzig sein können.

Fazit:
True B-Movie-Love – Egg-celent!

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