Review

Der japanophile Cop Sgt. Chris Kenner bekommt den asiatisch-stämmigen, jungen Polizisten Johnny Murata als neuen Partner zugeteilt. Gemeinsam legen sich die beiden Bullen mit dem Yakuza-Boss Yoshida an, der unter dem Deckmantel einer Brauerei von Los Angeles aus die USA mit einer neuen Designer-Droge überschwemmen will. Für Kenner, der als Kind Zeuge der Ermordung seiner Eltern wurde, wird die Angelegenheit schnell persönlich, als er Yoshida als den damaligen Killer identifiziert. Zwischen den beiden Kontrahenten kommt es schließlich zum "Showdown in Little Tokyo"... Mit diesen wenigen Sätzen ist der Inhalt dann auch allemal ausreichend dargelegt, denn was hier zählt, ist sowieso nicht die Handlung. "Showdown in Little Tokyo" gehört nämlich zu jenen wenigen 80er-Jahre-Actiongülle-Exemplaren, die es gerade noch so in das neue Jahrzehnt gespült hat und für die dann im Grunde genommen immer noch jede Ausrede gut genug ist, um Krawall-Einlagen und Macho-Sprüchen abzuspulen, während solche Dinge wie "Story" oder "Charakter-Entwicklung" mal eher als Nebensächlichkeiten verbucht werden. Das soll von meiner Seite jetzt aber kein Vorwurf sein! Regisseur Mark L. Lester hat hier sichtlich viel daran gesetzt, nochmal den Erfolg seines Schwarzenegger-Vehikels "Phantom-Kommando" zu wiederholen, welches ja ebenso wenig deep, sondern zur Gänze auf Gewalt, Explosionen und Oneliner hin ausgerichtet gewesen ist... was ihm allerdings nicht so gänzlich gelungen ist. Dass "Showdown in Little Tokyo" dem genannten Klassiker des brunzdummen Radau-Kinos nicht wirklich das Wasser reichen kann, liegt da allerdings nicht am betriebenen Aufwand (der ist immer noch beachtlich!), sondern in erster Linie leider an seinem Hauptdarsteller-Duo: So sympathisch einem Dolph Lundgren nämlich auch ist, die Leinwand-Präsenz und das schiere Charisma eines Arnold Schwarzenegger hat er nicht... und wenn jener in "Phantom-Kommando" schon früh aus einem bereits in der Luft befindlichen Flugzeug hüpft und mit dem Arsch voran in einem Sumpf landet, dann kauft man das jenem Streifen trotz aller Schwachsinnigkeit ab, während man hier schon mal eher mit den Augen rollt, wenn der Schwede in seiner ersten Szene aus dem Stand einen Hopser über ein auf ihn zurasendes Auto macht. Das nach der typischen Buddy-Masche gedeichselte Zusammenspiel mit Brandon Lee lässt dann auch so einiges zu wünschen übrig, was allerdings nicht auf Lundgrens Kappe geht, sondern auf die der Drehbuchautoren, die den beiden da echt grausige Dialoge in den Mund legen (auch wenn die Stelle, an der Lee Lundgren ein Kompliment ob Größe seines Schniepels macht, schon irgendwie legendär ist). Was "Showdown in Little Tokyo" dann aber doch mal wieder rettet, ist Lesters effiziente Inszenierung, die die Angelegenheit inklusive Abspann in nicht einmal 80 Minuten über die Runden bringt, was auch dem geringsten Anflug von Langeweile mal wirklich keine Chance lässt, zumal er es ja auch geschafft hat, ein derart hohes Maß an Schießereien in dem Streifen unterzubringen, dass man sich wundert, dass Brandon Lee DEN hier tatsächlich irgendwie überlebt hat. Damals war die Chose ob des bereits am Horizont aufziehenden High-Tech-Kinos der 90er, das da primär von Computer-gestützten Bombast-Spektakeln wie "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" oder "Jurassic Park" geprägt wurde, schon nicht mehr wirklich zeitgemäß, heutzutage blickt man auf derartige B-Klopper aus dem solide budgetierten Mittelfeld aber doch allemal mit einer gewissen Nostalgie, denn außer Jason Statham liefert in dem Bereich keiner mehr ab (und das auch nur arg schwankend in der Qualität).

7/10

Details
Ähnliche Filme