„Moulin Rouge“ von Baz Luhrmann ( „Shakespeare’s Romeo und Julia“ ) präsentiert sich als optisch und musikalisch opulenter Sinnesrausch, der in Sachen Montage, Kameraführung und Ausstattung seinesgleichen sucht, quasi eine Extrem – Mutation des Film–Musical–Genres darstellt.
Gleichzeitig ist „Moulin Rouge“ aber auch ein handlungsmäßig äußerst konventionelles, ja auch klischeehaftes Liebesdrama voller Hollywood-Kitsch, teilweise banal in die Länge gezogen.
Was soll man nun davon halten, wie sollte man diesen Film bewerten, was will ich nun sagen?
Nun, die ersten zwanzig Minuten hinterlassen den Eindruck einer in Bild und Ton ausufernden Kombination aus „West Side Story“-, „Romeo und Julia“-, „Natural Born Killers“- Elementen und der „Muppet Show“; das meine ich jetzt durchaus ernst!
Eine derart überwältigende Flut an bunten, opulenten und teils grotesken Bildern, äußerst aufwendig montiert, hat man selten gesehen. Danach wünscht man sich als Zuschauer wirklich zusehends, der Film möge nun eine ruhigere Gangart einschlagen, was er dann auch tut. Was jetzt kommt, ist eine immer noch größtenteils klasse gedrehte, für Musicals aber mehr oder minder standatisierte Abfolge von vorhersehbaren Dialogen und in die ausschweifenden Gesangseinlagen integrierten Handlungsfortschritte. So gut diese Einarbeitung auch gelingt und das pompöse ’Drumherum’ den Zuschauer auch ablenken mag, liegt hier gleichzeitig auch das Problem des Streifens begraben:
Der eigentlichen „tragischen“ Handlung, so bereits oft gesehen/gelesen, kann der Film kaum neue Aspekte abgewinnen, alles bleibt äußerst abgekaut und vorsehbar, zum Schluss hin leider auch zu kitschig und klischeehaft. Darüber kann auch die gekonnte Inszenierung nicht hinwegtäuschen.
Was bleibt noch zu sagen? Ewan McGregor ( „Trainspotting“, „Star Wars – Episode I“ ), Nicole Kidman ( „Batman Forever“, „Eyes Wide Shut“ ) und der Rest der Darsteller machen ihre Sache zumindest gut, die Songs gehören zwar nicht in diese Zeit, sind aber nett, durchaus gekonnt, in die Dramaturgie eingearbeitet, die Ausstattung ist toll, die Abstimmung der komödiantischen Einlagen einerseits und der eher tragisch-dramatischen Elemente andererseits wirkt z.T. etwas unausgewogen, aber nicht störend; doch es bleibt der fade Nachgeschmack, dass einem hinter der Fassade doch nur eine allzu konventionelle, banale Liebesgeschichte erzählt wird, die ihren Reiz mit jedem weiteren Anschauen mehr und mehr verlieren wird.
Dennoch: Anschauen kann man sich dieses Werk allemal, zumal es gerade aus diesem Genre kaum nennenswerte Konkurrenz gibt.
Für weitere Informationen verweise ich auf die sehr lesenswerte Besprechung von „Moulin Rouge“ meines Kollegen Moonshade.