Auf dem Höhepunkt des Hypes um Dieter Bohlen entschloss man sich doch tatsächlich ihm einen eigenen Film zu widmen, das Ganze als Zeichentrickprojekt. Was sich zunächst anhört wie ein neuer Tiefpunkt der Filmgeschichte wurde in die Hände des erfahrenen Michael Schaack gelegt. Dessen Arbeiten können zwar nicht alle die gleiche Qualität aufweisen, aber mit Beiträgen wie "Felidae" und "Das Kleine Arschloch" konnte Schaack den deutschen Zeichentrickfilm um einige gute Filme erweitern.
Für "Dieter - Der Film" stand ihm ein recht großes Budget zur Verfügung (rund 6,5 Millionen Euro) und entgegen aller Erwartungen ist das Geld nicht völlig verschwendet worden.
Natürlich ist die Verfilmung von Dieter Bohlens Autobiografie kein großer Wurf, es gibt aber trotzdem einige gute Gags die für gute Unterhaltung sorgen. Besonders die erste Hälfte hat viele gelungene Witze zu bieten und hat sehr hohen Unterhaltungswert. Die Figuren bleiben (bis auf Dieter) sehr oberflächlich und einseitig, die Veralberungen sind teilweise auch ziemlich bösartig und respektlos ausgefallen. Auch der Hauptcharakter wird mit viel Ironie gezeichnet , so das der Film eindeutig zur Parodie wird. Nach der unterhaltsamen ersten Hälfte fangen die niveaulosen Sprüche an zu nerven und die Handlung wird immer abgedrehter. Besonders gut tut das dem Film nicht , trotz der kurzen Laufzeit machen sich gegen Ende Längen bemerkbar.
Technisch ist "Dieter - Der Film" durchaus gelungen, die Zeichnungen tragen den typischen deutschen Stil der anderen Schaack-Filme. Mitunter erinnern die sexistischen Witze und die chaotische Derbheit an die "Werner"-Filme , ohne jedoch deren Klasse zu erreichen. Mit mehr Mühe wäre hier sicherlich mehr drin gewesen, vor allem da das gehetzte und abrupte Ende überhaupt nicht überzeugen konnte.
Fazit: Ein zwiespältiger Film den man sich ruhig vorurteilsfrei mal ansehen kann, feinsinnige Dialoge und subtilen Humor sucht man hier natürlich vergeblich.