Schon seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit seiner wundersamen Medien-Resurektion durch die Sendung Deutschland sucht den Superstar geisterte die angedachte Veröffentlichung des Bohlen-Comic-Films durch die deutschen Medien und gleich einem Damoklesschwert über dem Haupte der Zuschauerschaft. Denn gleich nach der wiedergekehrten Popularität des großmäuligen Friesen mit dem "kreativen" Wortschatz witterten Marketingexperten eine zahlungswillige Zuschauerschaft für eine solche filmische Umsetzung von Bohlens Lebensweg. Gesagt, getan. Und so kettete man flugs ein paar chinesische Tagelöhner an die Zeichentische und los ging's. Noch ein paar stilistische wie zeichentechnische Anleihen von Brösel & Co. ("Werner - beinhart") in's Gepäck geworfen und schon ging's los. Doch auch die ebenso fleißigen wie armen Gelblinge aus Fernost konnten nicht schnell genug den Zeichenstift schwingen, um mit Bohlen's rasch wieder weichendem Ruhm Schritt zu halten. Und so trug es sich zu, dass der geplante Kinorelease in's Wasser viel, da den nun endlich fertigen Film schlicht keiner mehr haben wollte. Wohin also nun mit all dem vergeudeten Zelluloid? Zum Tapezieren oder gebündelt als Abschleppseil nutzen? Nein, dafür war's dann doch zu teuer. Aber zum Glück gibt es ja das deutsche Privatfernsehen, genauer gesagt den Sender RTL, "und die senden sowieso alles, was billig her geht".
Sehr zu passe kommt dem hier diskutierten "Werk" natürlich da zusätzlich, dass dessen Protagonist aufgrund einer Neuauflage seiner bekannten Castingshow soeben einmal wieder für einen Moment aus der Versenkung aufgetaucht und somit eine brauchbare Einschaltquote zu erwarten war. Also schnell die Gunst der Stunde genutzt und eilig über den Äther mit dem Sach, bevor der blondbelockte Altbarde erneut in der Abstellkammer für verhinderte Schlagersänger verschwindet. Besehen wir uns also genauer, was bei dem audiovisuellen Extrakt von Bohlen's vielbesprochenem "Hörbuch" herausgekommen ist...
Der Film baut sich als humorig gestaltete, mehr oder weniger autobiographische Geschichte von Bohlen's Leben und Werdegang auf. Der Streifen macht sich dabei unübersehbar die Sichtweise seines Namensgebers zu eigen, was sich in der Darstellung der Charaktere deutlich wiederspiegelt. Im Grunde sind hier allesamt Idioten, die den Weg des talentfreien Blondlings kreuzen: Dekollettewunder Naddel, Intelligenzvakuum Verona, die Plattenproduzenten und Mitarbeiter. Nur Dieter selbst wird selbstredend, wenn auch mit einem Augenzwinkern, als bauernschlauer Aufsteiger präsentiert, der die pausenlos auf ihn einstürmenden Unbilden mal mehr, mal weniger gekonnt meistert. ...
Fazit:
Der Humor bewegt sich dabei auf erwartungsgemäß niedrigem Niveau. Simple Kalauer von mediokrer Klasse reihen sich dicht an dicht. Und doch langweilt der Film im finalen Schluß überraschenderweise nicht wirklich. Denn der Filmfluß bleibt trotz der unleugbaren Seichtheit des Stoffes größtenteils gewahrt und durch den Wiedererkennungswert der diversen verulkten Halbprominenz bleibt man dem Filmchen doch zumindest soweit gewogen, um sich (zumindest meist) bis zum Ende nicht unbedingt zu langweilen. Wenn man einen Abend über hat an dem sonst nichts ansteht, kann man sich diesen Zeichentrickfilm durchaus mal antun. Man muß diesen B-Movie der Trickfilmwelt freilich nicht zwingend gesehen haben, angesichts der an ihn gestellten (niedrigen) Erwartungen enttäuscht er aber auch nicht wirklich.