Review
von Leimbacher-Mario
Venusspinnenfalle
Venom's gibt’s viele - Legends of the Spider Forest nur einen! In diesem als Creature Feature getarnten Briten-Wahnsinn kommt ein etwas hochnäsiger Fotograf in ein (deutsches?) Dörfchen umgeben von mystischem Wald, wo er zunächst freundlich empfangen wird. Doch als er der Tochter eines alten Nazi-Wissenschaftlers zu nahe kommt, eröffnet sich ein sinister Plan rund um Nervengifte, gewonnen aus Spinnen und etliche geile Dreibeiner, die in den Jahren zuvor mit etwas zu viel Blut im unteren Bereich ihres Körpers genau in diese fiese Falle getappt sind...
Die Story klingt nicht nur wirr, sie ist es auch, und schwankt immer zwischen lockerem Trash und britischer Ernsthaftigkeit. Umso länger der Film läuft, desto bizarrer und konfuser wird das Geschehen. Ein wenig „Straw Dogs“ hier, ein wenig „Wicker Man“ da. Unterhaltsam ist’s aber definitiv durchgängig. Wenn auch nicht immer sinnig oder klar verständlich. Ich war etwas überrascht von seiner Unbekanntheit und seiner konfus-surrealen Schönheit. Wird Zeit für eine hübsche Restauration! Man sollte eher ein seltsames Märchen erwarten als Spinnenspannung, aber Langeweile bleibt hier ein Fremdwort. Natürlich bleibt jede seiner vielen Kategorien handzahm, blass und nur angeschnitten, aber ein bunter Potpourri bleibt ein bunter Potpourri. Wie ein Traum, nach (und während) dem man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Hammer trifft auf Nazi-Mad Scientist mit Hang zum Transvestitismus (!), elfengleiche Schönheiten treffen auf harte, deutsche Akzente. „Das Wirtshaus im Spessart“ trifft auf „Wake In Fright“ und einen Hauch „Iron Sky“. Wahrhaft (ab)sonderlich. Aber ein Kuriosum, das ich gerne mal auf der Leinwand erleben würde. Da würde er sich mit Sicherheit mehr Fans erschleichen.
Fazit: was für ein wilder Mix aus Heimatfilm und Tierterror, Softcore und Backwoodchen, Märchen und Naziploitation, Folk Horror und psychedelischem Trip - den sollten mehr kennen und schätzen lernen!