Überdurchschnittliche Ost-Europäische B-Movie-Produktion mit Wesley Snipes.
Story:
Nadia Cominski (Silvia Colloca) nimmt sich nach dem Tod ihres Mannes dessen Geld an. Dabei handelt es sich um eine Summe von 30 Mio. $.
In Wirklichkeit gehört das Geld, aber dem rumänischen Gangster Jozef Bostanescu (Tim Dutton).
Er will um jeden Preis sein Geld wieder haben und deshalb entführt er Nadia´s Sohn um so einen Deal mit ihr zu erzwingen.
Dabei schickt Gangster Jozef Bostanescu ihr seine Killer auf den Hals, um sie ausfindig zu machen und zu ihm zu bringen.
Währenddessen woanders: Bei einer Beschattung einiger Verdächtiger in der rumänischen Hauptstadt Bukarest vermasselt Ex-C.I.A.-Agent Sonni Griffith (Wesley Snipes) den Einsatz und die Verbrecher sterben.
Bevor Griffith jedoch wieder zurück in die Staaten die Heimreise antritt, um für seinen misslungenen Einsatz die Konsequenzen zu tragen, soll er noch Nadia´s Sicherheit gewährleisten, die für das geklaute Geld auf ihre Anhörung wartet.
Natürlich geht die Aktion schief und Nadia und Griffith müssen vor Bostanescu´s Männern flüchten, die ihnen dicht auf den Fersen sind.
Schauspieler:
Wesley Snipes spielt Ex-C.I.A.-Agent Sonni Griffith.
Endlich hat Wesley Snipes wieder etwas mehr Freude an seinem Job als Actiondarsteller. Denn von der lustlosen Darbietung bei „Blade: Trinity“ ist hier nichts mehr zu sehen und anfangs mimt er den leicht schwulen Ami, der einige hunderte Waffen der Marke Kalaschnikow kaufen will.
Dabei läuft er fast die meiste Zeit des Films über in dem gleichen orange-gestreiften Hemd herum, das er lediglich gegen Ende durch ein schwarzes Sweat-Shirt eintauscht.
Auch wenn er hier nicht an seine früheren Hollywood-Movies schauspielerisch rankommt, ist er bei „The Detonator“ ganz gut bei der Sache und hat Spass beim Film.
Auf der anderen Seite wollte man Wesley Snipes Charakter ein wenig Tiefe verleihen, indem er von seiner Vergangenheit im Off erzählt und uns seine Lebenssichtweise näher bringt.
Das ist jedoch schief gelaufen und die Szenen erscheinen als sinnlos und bringen den Film in keinster Weise voran.
William Hope spielt C.I.A.-Kumpel Shepard.
Er kennt Sonni Griffith von seiner früheren C.I.A.-Vergangenheit und beide sind langjährige Freunde.
Zudem hat Griffith ihm mal einen etwas größeren Gefallen erwiesen, worauf das der Rauswurf für Griffith bedeutete.
Seine Darbietung ist solide und er spielt den von vorschriften und gewissensbissen, geplagten C.I.A.-Agenten auf guten Niveau.
Silvia Colloca spielt Nadia Cominski.
Das sie nicht auf Grund ihrer schauspielerischen Qualitäten gecastet wurde ist klar und da sind wir uns auch einig.
Denn das einzigste was sie spielt ist die weinende, verletzte Witwe, die um nichts auf der Welt ihren Sohn verlieren will.
Sie sieht zwar gut aus, dennoch wirkt ihr Outfit etwas billig.
Mit engen und reizvollen Klamotten wie auch Push-Up-BH versucht sie etwas für´s männliche Publikum zu tun und das ist ihr auch durchaus gelungen. (*Grins*)
Meist führt sie etwas im Schilde, das bemerkt der Zuschauer aber sofort.
Tim Dutton spielt Gangster Jozef Bostanescu.
Als harter, gewissensloser Gangster schneidet er noch am besten ab.
Ständig will er an Kohle kommen und seine Feinde beseitigen.
Dabei ist er genauso skrupellos wie gefährlich.
Während eines anderen Deal´s bringt er einfach so einen anderen Kleingangster um, indem er ihm mit einem spitzen Souvenir-Holzknüppel aufspießt.
Matthew Leitch spielt Dimitri.
In einer kleinen Nebenrolle ist er als Handlanger von J. Bostanescu zu sehen.
Mehr als auf rumänisch zu Fluchen und Wesley Snipes den Mittelfinger zu zeigen, hat er nicht drauf.
Auch wenn ich ein größeres schauspielerisches Talent bei ihm bezweifle, reicht es dennoch für ihn um bei einer osteuropäischen Produktion mitzumischen.
Inszenierung:
Die Story von “The Detonator” ist dermaßen abgelutscht und wurde uns schon x-mal präsentiert, das ich mich trotzdem etwas drüber auslassen muss.
Denn woher weiß Kleingangster Dimitri das Wesley Snipes ein Bulle ist?
Nur auf Grund des Tip´s währende des Telefonanrufs den er bei dem Waffendeal bekommt.
Genauso merkwürdig ist die Tatsache, das Dimitri in ein Haus reingeht um sich mit einer Frau zu vergnügen und dabei seinen Doppelgänger wechselt, der noch nicht einmal aus weiter Entfernung und vom Hinterkopf her die gleiche Statur geschweige denn Haarfarbe wie Dimitri hat.
Und währenddessen sitzt draussen die ahnungslose Polizei und wartet darauf, bis er wieder rauskommt. Wie dämlich. (*Augenroll*)
*Spoiler: Anfang
Und warum hat Nadia Cominski ihren Mann überhaupt getötet?
Nur um an das Geld zu kommen? Wirkt irgendwie so künstlich dargestellt und ihr eigentliches Motiv wird nie so wirklich deutlich.
*Spoiler: Ende
Und das sich in den eigenen Reihen ein Maulwurf befindet und man als Zuschauer die ganze Zeit in die Irre geführt wird und nach 10 Min. vor Ablauf des Streifens schon weiß wer der tatsächliche Verräter ist, stellt keine Überraschung mehr da und ist auch genauso klar wie einleuchtend.
Auch war die Liebesszene zwischen Silvia Colloca und Wesley Snipes abzusehen und wird dabei gar nicht näher beleuchtet, woraus ich auch hier wieder den Sinn und die Bedeutung hinterfragen muss.
Der Plot gibt einfach zu wenig her und strotzt selbst für einen B-Movie vor Logikfehlern und offenen, ungeklärten Fragen.
Kommen wir zur Action.
Von der ist hingegen einiges vorhanden, wobei sie nicht immer qualitativ überzeugt.
Es wird mit Shotguns, 45er und anderen Maschinengewehren wild herumgeballert.
Die Shootouts sind teilweise blutig und auch meist ansehnlich inszeniert.
Lediglich bei einigen Szenen will das Feeling nicht so recht rüber kommen.
Was aber noch aus dem Film hervorsticht ist der Ansturm der Gangster auf das Motel.
Denn hier gibt es kleinere Explosionen, die es in sich haben und auch sehr hart für die Bösewichte ausfallen. Auch der brennende Gangster der wild in der Gegend herumschreit und dann von Wesley Snipes mit der Shotgun erledigt wird, sorgen beim Zuschauer für gute Stimmung.
Die Autoverfolgungsjagd die gleich danach folgt, stellt klar das Highlight des Films in der Mitte dar und dabei serviert uns Regisseur Leung Po Chi auch einige gute Stunts und Autocrash´s, die optisch einiges hermachen.
Die Fightszenen von Hr. Snipes sind zwar als gelungen anzusehen, jedoch gibt es davon viel zu wenige. Meist sind sie auch schnell geklärt.
Dennoch zeigt uns Wesley Snipes, das er mit seinen 44 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen dazugehört und körperlich topfit ist.
Das Charisma früherer Filme aus den 90ern hat er hier zwar nicht, dennoch macht sich eine Steigerung seiner letzten im Ostblock gedrehten Filme hier bemerkbar.
Fazit:
„The Detonator“ ist einer dieser B-Movie-Actionfilme, den man sich zwar als Actionfan mal als kleinen Happen zwischendurch reinziehen kann, jedoch der Plot stink langweilig ist.
Wenigstens spielt der Film hier in Osteuropa und man versucht das nicht irgendwie zu übertünchen, indem man dem Zuschauer weiß machen will, man befinde sich woanders.
Dennoch lassen die Locations keinerlei Atmosphäre aufkommen.
Jeder der Wesley Snipes Filmographie intensiv verfolgt und dessen letzte B-Movies auch nicht abgeschreckt haben, kann sich „The Detonator“ ebenfalls zu Gemüte führen.
Allerdings sollte man nicht zuviel erwarten, denn die Story gibt nix her.
Der Film versucht irgendwie krampfhaft die Laufzeit von 90 Min. zu erreichen und hält sich mit Belanglosigkeiten und nur wenig Hintergrundinfos beider Protagonisten auf.
Wenigstens können die Actionszenen unterhalten, wenn auch nicht über die komplette Laufzeit überzeugen.
Auf Grund von Wesley Snipes wieder gefundenem Spass am Filmemachen bekommt der Film noch einen Zusatzpunkt.
Somit ist „The Detonator“ OK, auch wenn man Innovationen vermissen lässt, und den Film schnell wieder aus´m Gedächtnis streicht.