Da er bei einem Einsatz einen Zivilisten getötet hat, befindet sich ein amerikanischer Agent, gespielt von Wesley Snipes, in einem rumänischen Gefängnis. Um in den USA als freier Mann anzukommen, muss er nun eine Frau schützen, die von der Mafia gejagt wird. Der Auftrag entpuppt sich in den folgenden Stunden als sehr riskant.
Karrieren sind zerbrechlich und unter Umständen schnell und unerwartet vorbei und kaum ein Schauspieler könnte wohl besser ein Lied davon singen, als Wesley Snipes, der in den 90ern noch an der Seite von Sean Connery und Harvey Keitel in "Die Wiege der Sonne" zu sehen war, neben Robert de Niro in "The Fan" und vor allem mit seiner Hauptrolle in der "Blade"-Reihe beachtliche Erfolge verbuchte. Mit der Jahrtausendwende ging es dann steil bergab, bis Snipes nur noch B-Movies in die Videotheken brachte und schon seit Langem nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war, in Deutschland schon gar nicht. Und auch "Detonator" ist ein belangloses, überflüssiges und schwaches B-Movie, das das Anschauen eigentlich nicht wert ist.
Die Story ist vollkommen einfallslos und bietet aufgrund der zahlreichen Genre-Klischees, die verwendet werden, keine einzige Überraschung. Von der Grundidee an ist das komplette Geschehen kalkulierbar und nicht im Geringsten innovativ, angefangen, bei der aufgesetzt wirkenden, nervigen und klischeehaften Liebesbeziehung, die sich zwischen Snipes und seiner Begleiterin allmählich anbahnt, bis hin zur Tatsache, dass es das Vehikel nicht einmal zustande bringt die Action-Szenen halbwegs sinnstiftend und spannungssteigernd miteinander zu verknüpfen. Allein aufgrund dessen ist der Unterhaltungswert schon überaus gering, zumal die Dialoge unglaublich platt sind und die wenigen One-Liner, die eingestreut werden, eher peinlich als lustig sind.
Regisseur Leong Po-Chih, der mit "Die Weisheit der Krokodile" bereits eine größere Produktion inszenierte, in den letzten Jahren jedoch lediglich mit dem Steven-Segal-Debakel "Out of Reach" in Erscheinung trat, leistet akzeptable Arbeit. Die Action-Szenen, die der einzige wirklich unterhaltsame Aspekt am Film sind, aber weder sonderlich spektakulär, noch überaus zahlreich daherkommen, sind versiert inszeniert. Außerdem hält Po-Chih das Erzähltempo sehr hoch, sodass die Story keine allzu großen Längen verursacht. Die musikalische Unermalung des Geschehens und optische Aspekte bewegen sich für ein billig in Rumänien abgedrehtes B-Movie auf solidem Niveau, aber gänzlich überzeugend ist an Chihs Werk leider rein gar nichts, auch nicht, wenn man das Geschehen mit den Szenerien gefüllter Fußballstadien und einer leicht bekleideten Hauptdarstellerin aufzuwerten versucht.
Wesley Snipes wirkt, in Anbetracht seines Karriereverlaufs, verständlicherweise gelangweilt und zeigt mehr als offen, dass er lieber in einer Hollywood-Produktion, als in diesem miesen B-Filmchen zu sehen sein würde. So ist sein Spiel teilweise recht hölzern und zu keinem Zeitpunkt wirklich überzeugend, zudem wirken seine Versuche, seine Figur möglichst cool wirken zu lassen teilweise krampfhaft, genauso, wie die schlechten Gags, die er einbringt. Eine miese Vorstellung, die an einem Bruce Willis, oder einem Kurt Russel in vergleichbaren Rollen gemessen den raschen Abstieg des ehemaligen Action-Helden durchaus rechtfertigt. Silvia Colloca spielt ihre Hauptrolle durchaus solide und stiehlt Snipes teilweise die Show und auch der restliche Cast ist akzeptabel.
Fazit:
"The Detonator" ist nicht mal ein gutes B-Movie geworden, da er außer den halbwegs soliden Action-Szenen, die zudem nicht einmal hoch dosiert sind, nichts zu bieten hat, denn die Story ist einfallslos, kalkulierbar und stereotyp und Snipes wirkt sichtlich gelangweilt, woraus sich unterm Strich ein schlechter Unterhaltungswert ergibt.
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