"Soldier Boyz" fällt ganz klar in die 'Kategorie 'Menschenverachtender und gewaltverherrlichender Film'. Was hier in der ungeschnittenen Fassung auf den Zuschauer losgelassen wird, ist wahrlich starker Tobak. Blutigste Zeitlupen-Schiessereien, Folterung, Hinrichtung und Mord soweit das Auge reicht - alles unter dem Deckmantel einer guten Sache ist Soldier Boyz letztlich doch kaum mehr als ein dumm-brutaler "Rambo/Missing in Action-Verschnitt", dem völlig zurecht die FSK18-Freigabe verweigert wurde.
Schwache, überzeichnete Charakterer, nicht vorhandene Handlung und eine verlogene Vorstellung von Recht & Ordnung sind die kennzeichnenden Merkmale in filmischer Hinsicht.
Regisseur Louis Morneau hat es immerhin verstanden, den Film handwerklich solide umzusetzen. Vorallem die Actionszenen sind wirklich gut gemacht auch wenn sie insgesamt eher unspektakulär bleiben. Die Kamera findet immer wieder nette Perspektiven und lässt den Fan mehr als einmal mit der Zunge schnalzen.
In darstellerischer Hinsicht ist natürlich Michael Dudikoff das routinierte Zugpferd des Filmes, auch wenn er hier vielleicht etwas blass bleibt. Ergänzt wird er durch mehrheitlich unbekannte Jungdarsteller und Paradefiesling Cary-Hiroyuki Tagawa (irgenwie kann man den schon fast nicht mehr sehen). Für B-Verhältnisse gehts jedenfalls in Ordnung.
Der Normalzuschauer wird sich von "Soldier Boyz" sicherlich angewiedert abwenden. Anders sieht die Sache aus, wenn ein leidenschaftlicher Actionfan sich diesen Werkes annimmt, dem Realismus und Tiefgründigkeit schnurz piepe sind :) Hier findet sich Action in reichlicher, blutiger Fülle. Unter diese Gesichtspunkt gestehe ich dem Film auch einen festen Platz in meiner Sammlung zu und krame ihn immer wieder gerne heraus. Die unglaubwürdige Pseudo-Story wird dabei fluchs weggespuhlt oder ignoriert...
Kleiner Tip: Schaut euch diesen Film bloss nicht im Free-TV an. Hier wurde jede Grausamkeit radikal getilgt..