Die junge Rachel unternimmt zusammen mit ihrem Freund Leo und ein paar weiteren Kumpels einen Wochenend-Trip zum "Memorial Lake Camp"... ein Ort, der für sie mit bösen Erinnerungen verbunden ist, denn genau dort ist ihr Adoptiv-Bruder Danny vor drei Jahren unter mysteriösen Umständen im See ertrunken. Da die Behörden den Fall nicht aufklären konnten, steht seitdem der Verdacht im Raum, dass der vermeintliche Unfall vielleicht gar keiner gewesen ist und jemand bei der Sache nachgeholfen haben könnte. Kurz nachdem die Teenie-Bagage nun ihre Zelte am Memorial Lake aufschlägt, verschwinden dann auch sämtliche Autoschlüssel, was allerdings noch nicht die Alarmglocken schrillen lässt, denn man gibt sich dann doch lieber nachts am Lagerfeuer gemeinsam ordentlich die Kante. Erst, als einer der Anwesenden urplötzlich von einem dahergeflogenen Speer aufgespießt wird, ist die große Panik angesagt. Doch wer ist der Unbekannte, der Rachel und den anderen ans Leder will...und vor allem: Warum...? Entstanden ist "Memorial Day - Der Tod wartet schon" bereits Ende der 90er als kleine Fan-Arbeit, konnte damals nach der Fertigstellung aber nicht direkt einen Vertriebsdeal an Land ziehen, weshalb die Macher ihr Filmchen zwischenzeitlich doch glatt auch online zum kostenlosen Download bereitgestellt hatten... was aber logischerweise niemanden großartig gejuckt hat. Dass die Chose einige Jahre später dann hierzulande aber tatsächlich noch einen echten DVD-Release erfahren hat, war dann auch scheissegaler als je und man hätte es auch bleiben lassen können, denn die durch "Scream - Schrei!" initiierte Neo-Slasher-Welle war da schon lange abgeebbt und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das Cover-Artwork gibt sich große Mühe, irgendwelche Assoziationen zu Jasons Goalie-Outfit zu wecken und diesen billigen Amateur-Streifen damit in die Nähe von "Freitag der 13." zu rücken, doch damit täte man "Memorial Day - Der Tod wartet schon" doch echt zuviel der Ehre an, zumal die Maske des Killers im Film auch nur 'ne eigenhändig zusammengepanschte Pappmaché-Kreation ist und ganz anders aussieht. Klar auch, dass Christopher Alender mit seiner abgenudelten Camp-Slasher-Plotte zu dem Zeitpunkt echt keinen Blumentopf mehr gewinnen konnte, denn Inhalt und Ambiente hinken den offensichtlichen Vorbildern aus den frühen 80ern gnadenlos hinterher. Dass das Ganze nur ein Spaß-Projekt einiger Kumpels gewesen sein muss, die mit der Kamera ein Wochenende im Wald verbracht haben, merkt man schon an der häufigen Nennung der immergleichen Namen im Abspann, da macht halt jeder was gerade anliegt, man kennt das ja. Anstatt sich auch noch zusätzlich als Schauspieler zu versuchen, hätte aber zumindest Drehbuchautor Marcos Gabriel sich lieber einzig und allein auf das dürre Skript konzentrieren und dieses noch ein wenig aufpolieren sollen, denn die Storyline ist in allen Belangen absolut dürftig, während sich die Dialoge hauptsächlich um die Themengebiete "Pissen", "Pinkeln" und "Strullern" drehen. Der nach viel nichtigem Gelaber endlich einsetzende Body-Count weist dann aber zumindest ein, zwei sadistische Mord-Methoden auf und ist mit ein wenig Home-Made-Splatter gepimpt, so dass zumindest harte Fans solcher Z-Grade-Ware doch noch was zu gucken haben. Der doppelte Plot-Twist zum Schluss hätte dann eigentlich auch 'nen besseren Film verdient gehabt, aber dazu hätte man dann wohl an einer anderen Stelle ansetzen müssen und die Angelegenheit eben nicht als Schlitzerfilmchen aufziehen dürfen. Schade, Chance vertan. Am meisten Spaß macht da wirklich noch der beschissene Punk-Song mit Garagen-Sound, der über die End-Credits dudelt und einen direkt mal mit der Text-Zeile "You shouldn't have killed that retarded boy last summer..." begrüßt...
3/10